Pullenreutherinnen informieren sich über Leben im Kemnather Haus Falkenstein
Rundgang durch Seniorenheim

Auch in der Wäscherei sahen sich die Gäste aus Pullenreuth im Haus Falkenstein um. Bild: wew
Lokales
Kemnath
23.04.2015
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Wie man in einem Seniorenheim lebt, wollten siebzehn Frauen aus der Gemeinde Pullenreuth wissen und besuchten mit der Seniorenbeauftragten der Gemeinde, Theresa Pirner, und dem früheren Bürgermeister Jürgen Pirner das Haus Falkenstein in Kemnath.

Das Kemnather Seniorenheim wurde nach seiner ersten Eröffnung 1966 mehrmals umgestaltet und in den Jahren 2000 bis 2005 generalsaniert. Es verfügt über eine eigene Wäscherei, Reinigungspersonal und die Küche wird ebenfalls selbst betrieben. Jeder Bewohner könne laut Heimleiterin Claudia Heier und Pflegedienstleiterin Cilli Gerlang entscheiden, wie er seinen Tag gestalten wolle. Ob bei der Zeitungsrunde, Gymnastik oder Gedächtnistraining - "Bei uns ist eigentlich immer etwas los, und das den ganzen Tag", schilderte die Pflegedienstleiterin.

Auch der Besuch von Angehörigen und Freunden werde begrüßt und ein Haustier könne gehalten werden. Von großer Bedeutung sei das Essen. Zwischen drei Gerichten könnten die Bewohner wählen. Sonderwünsche erfülle der Einkaufsservice, wie die meisten kleinen Besorgungen. Neben der freien Arztwahl sei auch der Friseur oder die Fußpflege regelmäßig verfügbar. Viele Fachärzte, wie ein Urologe, Augenarzt, Psychiater oder der Zahnarzt behandeln die Patienten direkt im Haus Falkenstein. Mit verschiedenen Therapeuten bestünden Kooperationsverträge. Medikamente würden nach ärztlicher Verordnung durch die drei Kemnather Apotheken vorbereitet und geliefert. Erstaunt waren die Besucher, als sie erfuhren, dass im Kemnather Seniorenheim seit langer Zeit keine amtsrichterlich genehmigten freiheitsentziehenden Maßnahmen mehr angewendet werden. Die Heimleiterin ging auch auf die Angebote der Kurzzeit und der Tagespflege ein, für die noch freie Kapazitäten bestünden. Die Aufklärung über die möglichen Leistungen der Pflegeversicherung durch die Kassen seien oft sehr mangelhaft, bedauerte sie.

Über das Anmeldeverfahren und die Modalitäten einer Heimaufnahme in dem meist voll ausgelasteten Haus wurde lang gesprochen. Dazu gehöre die Abklärung der Heimkosten aus eigenen Mitteln oder mit Unterstützung des Sozialamtes. Hier seien Auskünfte über die eigenen Mittel aus Renten und Sparvermögen, aber auch eine mögliche Beteiligung unterhaltspflichtiger Kinder zu erteilen. Das Sozialamt übernehme grundsätzlich nur die Kosten für ein Doppelzimmer, erstatte aber bei entsprechender ärztlicher Begründung die mit 2,10 Euro am Tag geringe Differenz zum Einzelzimmer.
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