Realschule für Eintreten gegen Rassismus ausgezeichnet - "Matuschke" als Pate
Gelebte Kultur der Toleranz

Handeln, nicht reden, forderte Pate und Radiomoderator Matthias Matuschik von den Realschülern. Bilder: jzk (2)
Lokales
Kemnath
24.11.2015
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Die Auszeichnung "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" (wir berichteten) war der Realschule nicht in den Schoß gefallen. Viele Unterschriften gegen Rassismus mussten in unserer großen Schulfamilie gesammelt werden, berichtete Leiter German Helgert. "Über 98 Prozent waren dabei." Außerdem musste ein Pate gefunden werden. Dieser fand sich im bekannten Radio- und Fernsehmoderator Matthias Matuschik ("Matuschke"). Der gebürtige Weidener setzt sich entschieden gegen Fremdenhass und Neonazis ein.

"Ich bin ein Flüchtling in dritter Generation", bekannte Matuschik. Nach der Vertreibung aus Oberschlesien sei seine Familie zuerst in Ostdeutschland und dann in der Bundesrepublik Deutschland gelandet. Bereits in der Schule in Weiden habe er die Intoleranz seiner Mitschüler zu spüren bekommen, die ihn "Flüchtling" schimpften. "Seid tolerant gegenüber allem, was euch fremd ist", appellierte er an die Schüler. Handeln, nicht Reden sei das Gebot der Stunde. Aufgabe sei es, die Flüchtlinge mit offenen Armen aufzunehmen und in unsere Gesellschaft zu integrieren.

Stellvertretend für die 986 Jugendlichen der Realschule führte Schülersprecherin Viktoria Seiler die Aktionen an, die an der Schule für so positive Werte wie Fairness, Rücksicht und Akzeptanz bereits angeboten wurden und noch werden. Jürgen Preisinger vom Kreisjugendamt dankte den Begleitlehrern Sonja Sporrer und Walter Thurn sowie der Schülermitverwaltung für ihr Engagement. Der Titel sei keine Auszeichnung für bereits geleistete Arbeit, sondern eine Selbstverpflichtung für die Gegenwart und die Zukunft. Eine Schule mit dieser Auszeichnung sei ein Teil eines Netzwerks, das fordert: "Wir übernehmen Verantwortung für das Klima an unserer Schule und in unserem Umfeld."

Wichtige Werte

Respekt, Toleranz und Menschlichkeit dürften nicht in der Schule aufhören, sondern sollen die Mädchen und Jungs das ganze Leben lang begleiten und ihr Tun bestimmen. "Gerade die letzten Tage haben gezeigt, wie wichtig unsere Werte und Normen sind." Die Realschule Kemnath sei wegweisend und beispielgebend für eine Kultur der Teilhabe, Integration, Respekt und Toleranz, betonte Preisinger. Er übergab die Urkunde an den Paten Matthias Matuschik, die Lehrkräfte Sonja Sporrer und Walter Thurn sowie an die drei Mitglieder der Schülermitverwaltung.

Landrat Wolfgang Lippert und Bundestagsabgeordneter Uli Grötsch gratulierten der Realschule ebenfalls. Die musikalische Gestaltung hatte Studienrätin Anna-Maria Beck mit dem Schulchor und der "All-Star" Lehrerband übernommen.
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