Schweine im Verkehr

Polizeihauptkommissar Dieter Striegl (links) referierte über das bayerische Verkehrssicherheitsprogramm 2020, Polizeihauptmeister Carsten Landgraf (rechts) präsentierte die Unfallstatistik für den Bereich der Kemnather Polizeiinspektion. Bild: jzk
Lokales
Kemnath
15.12.2014
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Kurz vor Jahresende bekamen die Verkehrswacht-Mitglieder nicht nur Einsicht in die Unfallstatistik 2014. Die Polizei bot sogar einen Ausblick auf die kommenden sechs Jahre.

Polizeihauptmeister Carsten Landgraf stellte den Mitgliedern der Gebietsverkehrswacht die Unfallbilanz im Bereich der Polizeiinspektion Kemnath vor. "Von 1. Januar bis 1. Dezember gab es 551 Unfälle." Dabei starben vier Personen. Das Problem mit Wildschweinen in den Wäldern mache sich inzwischen auch auf der Straße bemerkbar. An den 243 Wildunfällen waren auffallend viele Wildschweine beteiligt.

Positiv wertere Landgraf, dass die Zahl der Unfälle wegen überhöhter Geschwindigkeit von 40 auf 26 sank. Außerdem bracht Landgraf eine Lanze für ältere Autofahrer: "Senioren sind nicht mehr an Unfällen beteiligt als junge Verkehrsteilnehmer." Zum Schluss sprach er ein Problem an, das sich wohl nie ganz in den Griff bekommen lässt: Bei zehn Unfällen war der Verursacher mit Alkohol im Blut unterewegs.

Dieter Striegl erklärte dann, wie die Polizei die Zahl der Unfälle weiter absenken möchte. Der stellvertretende Kemnather Dienststellenleiter präsentierte den Verkehrswachtmitgliedern das Bayerische Verkehrssicherheitsprogramm 2020. In diesem Jahr soll die Zahl der Unfälle und der Unfalltoten um 30 Prozent zurückgegangen sein. Als Rechenbasis dient das Jahr 2011. "In diesem Jahr waren in Bayern neun Millionen Autos zugelassen". Es gab damals 350 667 Verkehrsunfälle mit 70 277 Verletzten und 780 Toten. Zuletzt stieg die zahl der Unfälle aber auf 372 422.

Das neue Programm soll die Arbeit der Polizei und der Straßenbauer besser vernetzen. Gefahrstellen sollen so bereits in der Planung verhindert werden. Bei bestehenden Gefährdungen sollen die Beteiligten gemeinsam nach Lösungen suchen. Einen weiteren Schwerpunkte stellte Striegl unter dem Begriff "Sehen und gesehen werden" vor. Die Polizei werde sich die Beleuchtung der Fahrzeuge vornehmen, die Behörden sollen den Schilderwald am Straßenrand roden. Die Zahl der beleuchteten Fußgängerüberwege und die Länge der Grünphasen an Fußgängerampeln soll wachsen, genau wie das Radwegenetz. Auf den Autobahnen soll es mehr Lkw-Parkplätze geben.
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