Singen verbindet

Viel Beifall erhielt Chorleiter Alexander Hecht (am Klavier) mit der Chorgemeinschaft Pullenreuth-Lochau. Bilder: jzk (4)
Lokales
Kemnath
27.10.2014
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Das war ganz nach dem Geschmack der Freunde schöner Chormusik. Nicht weniger als sechs Ensembles kamen nach Kemnath zum festlichen Konzert. Die Leistungen der Akteure ließen aufhorchen.

"Singen verbindet", lautete das Motto des großen Chorkonzerts des Sängerkreises Nordoberpfalz in der Mehrzweckhalle Kemnath. Sechs Ensembles hatten eifrig geprobt und boten den zahlreichen Besuchern ein abwechslungsreiches Konzert. Ihr Repertoire reichte vom Madrigal aus dem 16. Jahrhundert über Chormusik der Romantik, Wiener Melodien, internationale Folklore bis hin zu mitreißender Popmusik.

Dynamische Bandbreite

Freunde von schöner Chormusik kamen bei den musikalischen Darbietungen voll auf ihre Kosten. Die Chöre sangen durchwegs klangschön und entwickelten eine beachtliche dynamische Bandbreite, die vom feinen Piano bis zum Forte reichte. Die Chorleiter hatten ansprechende Sätze aus verschiedenen musikalischen Epochen ausgewählt, die die Akteure weder über- noch unterforderten. Die Sänger waren gut auf ihren Auftritt vorbereitet und bereit, an diesem Abend das Beste für ihr Publikum zu geben. So spürten die Zuhörer eine echte Musizierfreude, eine Lust am Singen, wie sie eben nur bei einem Liveauftritt zu erleben ist. Gut, dass es heute in unserer Region noch Sänger gibt, die gute Chormusik pflegen und so die Tradition dieses Gesangs bewahren.

Engagierte Chorleiter

Wirklich erfreulich ist, dass sich trotz des Überangebots an diversen Tonträgern und musikalisch bedenklicher Fernsehsendungen immer noch solche Chorauftritte realisieren lassen. Das liegt zum einen sicherlich am Engagement der Chorleiter, die es verstehen, ihre Sängerinnen und Sänger bei den wöchentlichen Chorproben immer wieder aus Neue zu motivieren und zu begeistern.

Das liegt zum anderen aber auch den vielen Laiensängern, die trotz beruflicher Belastungen und Zeitdruck immer noch den Weg in die Singstunden finden, obwohl sie sich doch daheim mit dem Einlegen eines Tonträgers schnell und bequem ihren Musikwunsch erfüllen könnten.

Den Anfang machte der Männergesangverein Max Reger, der bei dem Volkslied "Horch, was kommt von draußen rein?" und dem Madrigal "Jungfrau, dein schön Gestalt" vor allem durch seine hohe Pianokultur bestach. "Was wäre die Welt ohne Musik?" hieß es in dem Medley "The Best of Abba", das der Teenie-Junger Chor Wiesau schön und rhythmusbetont sang. Die jungen Sängerinnen waren eine echte Bereicherung bei diesem Konzert.

"Spieglein an der Wand"

Als versierter Chorleiter erwies sich wieder einmal Alexander Hecht. Beeindruckend, wie er seine Chorgemeinschaft Pullenreuth-Lochau bei dem Volkslied "Steig ich den Berg hinauf" und den wunderbaren "Wiener Melodien" als Pianist begleitete und vom Klavier aus leitete. Nach den Chorsätzen "Come together", "Sing mit mir" und "Spieglein an der Wand" lud der Projektchor der Sängergruppe Amberg mit dem Lied "Wiedersehn ist ein schönes Wort" die Chöre des Sängerkreises Nord-Oberpfalz zum nächsten Kreischorfest nach Amberg ein. "Preiset diesen Tag" sang die Chorgemeinschaft Erbendorf-Wiesau als Auftrittslied.

Gut gelang dem gemischten Chor auch die "Pavane" von Thoinot Arbeau. Mit "Lerchengesang" und "Der frohe Wandersmann" hatte Chorleiterin Elisabeth Liedl zwei klangschöne romantische Chorsätze ausgewählt und gut einstudiert. Mit ihrem präzisen Dirigat führte sie die Sängerinnen und Sänger gekonnt über alle harmonischen und rhythmischen Klippen in der Partitur.

Nach dem bekannten "Festgesang" von Christoph Willibald Gluck brachte der Männergesangverein Pleystein mit "Rapa Nui" und "Veni, Vidi, Vici" zwei moderne Chorsätze zu Gehör. Das pseudo-romantische geistliche Lied von der heiligen Stadt "Jerusalem", bei dem Holger Scheufler als Solist auftrat, passte aber nicht so recht in das Gesamtkonzept dieses Kreiskonzerts.

Beeindruckendes Finale

Die musikalische Gesamtleitung hatte Kreischorleiter Richard Waldmann. "Heit wird in Kemnath wieder schöi gsunga" war eines der humorvollen Mitsinglieder, mit denen er das Publikum aktivierte und zum Singen anregte. Unter seiner Leitung vereinigten sich beim Finale die einzelnen Chöre und die Zuhörer und sangen miteinander ein heiteres Quodlibet. Dabei boten Sängerkreis-Vorsitzender Georg Ebenhöch und Chorleiterin Jana Müller sogar eine imponierende Tanzeinlage. Dank gebührt Siegmar Bräutigam und der Sängergruppe Max Reger für die reibungslose Organisation.
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