Soldatenfamilien fehlt Rückhalt

Lokales
Kemnath
17.01.2015
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Als ein Teil der Jubilare der Krieger-und Soldatenkameradschaft beitrat, stand Ehrenvorsitzender Andreas Hösl noch an der Spitze der Gemeinschaft. Vor allem die älteren Mitglieder wussten in der Jahreshauptversammlung: "Das muss vor gut 50 Jahren gewesen sein."

Damals stießen Gottfried Hofmann, Josef Dumler und Christoph Dumler zur Krieger- und Soldatenkameradschaft. Von Kreisvorsitzendem Thomas Semba sowie den beiden Vorsitzenden Karl und Andreas Reger erhielten sie Urkunden sowie goldene Ehrennadeln. Da sich Christoph Dumler derzeit im Krankenhaus befindet, galten ihm die Genesungswünsche. Sowohl er als auch Gottfried Hofmann und Josef Dumler nehmen noch immer aktiv am Vereinsgeschehen teil.

Für 40-jährige Treue ging eine Auszeichnung an Michael Bothner. Kanonier Georg Wagner und Wolfgang Breitengraser waren entschuldigt. Die Vorsitzenden und Semba dankten allen Jubilaren für ihre Verbundenheit mit dem Verein und baten weiter um deren Unterstützung.

Traumatisiert nach Einsatz

In seinen Ausführungen sprach Thomas Semba die Auslandseinsätze der Bundeswehr an. Er erinnerte an die 55 gefallenen Soldaten sowie an diejenigen, die traumatisiert und seelisch gezeichnet, insbesondere aus Afghanistan, zurückgekommen sind. Er stellte die Frage, ob der Einsatz angesichts dieser Opfer gerechtfertigt ist. Die Politiker schickten die Soldaten in die Kriege, aber vielfach fehle der Rückhalt aus der Bevölkerung, stellte Semba fest. Durch die Abschaffung der Wehrpflicht sei die Lage nicht besser geworden. Immer wieder seien Meldungen von Mängeln an Ausrüstung und Material zu hören. Die betroffenen Familien, Freunde und Bekannte der Soldaten würden oft allein gelassen. Sie benötigten mehr Unterstützung, besonders aus der Bevölkerung.

Semba lobte die Arbeit der Waldecker, die nicht umsonst zwei Neuaufnahmen verzeichneten (wir berichteten). Zum Kreisverband teilte der Kreischef mit, dass diesem 1082 Mitglieder in 16 Kameradschaften angehören. Als Termin für die Kreisversammlung gab der Freitag, 17. April, in Waldeck im Gasthaus Merkl an. Am Samstag, 25. April, ist die Bezirksversammlung anberaumt.

Weiter lud er die Waldecker zum 125-Jährigen seiner Heimatkameradschaft Kirchenlaibach, verbunden mit dem Kreiskriegertreffen am 4. und 5. Juli, ein. Daran werde auch der Präsident des Bayerischen Soldatenbundes, Oberst a. D. Richard Drexl, teilnehmen.

Vorstandsmitglied Hauptmann Jürgen Braun äußerte sich ebenfalls zum Einsatz deutscher Soldaten, der mit 13 Jahren länger gedauert habe, als die beiden Weltkriege zusammen. Er selbst sei einige Mal in Afghanistan stationiert gewesen und habe erlebt, wie schwer und gefährlich der Dienst dort ist. Der überwiegende Teil der Bevölkerung sei den Soldaten dafür dankbar gewesen. Aber anders sei das bei den Stammesfürsten, die sich eigene Soldaten hielten, die sie unter anderem durch Drogengeschäfte finanzierten.
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