Stadtpfarrer Konrad Amschl zeigt Kindern Wege, die 40 Tage sinnvoll zu nutzen
Plastikfasten ein guter Vorsatz

Während der Aschermittwoch-Andacht zeichneten Pfarrer Konrad Amschl (im Bild), Pastoralreferent Alfred Kick und Pastoralpraktikant Peter Stubenvoll den Kindern und ihren Eltern ein Aschenkreuz auf die Stirn. Bild: jzk
Lokales
Kemnath
20.02.2015
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"Fastenzeit bedeutet für viele Menschen hauptsächlich Abnehmen und Diät halten", bedauerte Stadtpfarrer Konrad Amschl beim Kindergottesdienst am Aschermittwoch. "Aber aus christlicher Sicht beginnt die vierzigtägige Zeit der Vorbereitung auf Ostern."

Fasten könne zudem bedeuten, dass man bewusster konsumiert, den Müll eindämmt, mehr genießt und weniger verschwendet. "Die Hälfte unserer Lebensmittel landet nämlich im Müll," erklärte er. Weil mittlerweile Plastik die Welt verseuche, könnte "Plastikfasten" ein guter Vorsatz sein.

"Sammelt euch nicht Schätze hier auf der Erde, sondern sammelt euch Schätze im Himmel", war die Kernaussage des Matthäus-Evangeliums, das der Geistliche vortrug. Bei seiner Deutung und Auslegung ging er auf das neue Hungertuch von Misereor, dem Entwicklungshilfswerk der deutschen katholischen Kirche, ein. "Mit den Hungertüchern wurden im Mittelalter Altäre und Osterbilder verhüllt", erklärte er ihren Ursprung. Anfangs habe man dafür einfarbige Tücher genommen, aber schon bald damit begonnen, diese mit biblischen Szenen zu bemalen. "Damals konnten viele Menschen nicht lesen und schreiben."

Nicht zu Leid beitragen

So wurden die Fastentücher zu einem Medium der Verkündigung. "Seit 40 Jahren arbeiten Künstler aus verschiedenen Ländern und Kulturen mit Misereor zusammen", erklärte Amschl, "sie greifen in ihren Bildern biblische Motive auf, um brennende Fragen nach Gerechtigkeit, Lebensstil, Verantwortung, Macht und Ausbeutung zu stellen." Das Bild, das dem diesjährigen Hungertuch zugrunde liegt, wurde von einem chinesischen Maler gestaltet. "Es ist ein halb-abstraktes Bild mit dem Titel "Gott und Gold - Wie viel ist genug?" "Schauen wir uns das Bild in Ruhe an", forderte Pastoralpraktikant Peter Stubenvoll die Buben und Mädchen auf. "Was bedeutet Gold für mich?" und "Bringt Gold und Reichtum Glück?" waren zwei seiner Impulsfragen. "Wir wollen nicht verschwenderisch mit unseren Schätzen umgehen", mahnte er, "was wir uns gönnen, soll in anderen Ländern nicht zu Leid und Hunger beitragen." Deshalb sollten wir in dieser Fastenzeit auf manches verzichten und so ein deutliches Zeichen setzen.

"Gott segne diese Asche und hilf uns, die 40 Tage der Vorbereitung auf Ostern in rechter Gesinnung zu begehen", betete Amschl beim Asche-Ritus. Andächtig traten alle Kinder mit ihren Angehörigen zur Aschenauflegung vor den Volksaltar. "Bedenke, dass du Staub bist und zum Staub zurückkehrst. Kehre um und glaube an das Evangelium", sagten Pfarrer Konrad Amschl, Pastoralreferent Alfred Kick und Pastoralpraktikant Peter Stubenvoll, als sie den Gottesdienstbesuchern das Aschenkreuz auf die Stirn zeichneten.
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