Tradition trifft Emotion

Dirigent Peter Kuder (links) begeisterte mit dem SVEA-Orchester aus Zagorje ob Savi die Zuhörer in der Mehrzweckhalle der Partnerstadt Kemnath. Bild: jzk
Lokales
Kemnath
24.09.2014
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Stehende Ovationen, nicht enden wollender Beifall und die stete Forderung nach mehr: In der Mehrzweckhalle erlebten die Besucher eine musikalische Sternstunde. Und es waren ausnahmsweise nicht die Troglauer Buam, die den Zuhörern ordentlich den Marsch bliesen.

"Das war wirklich Blasmusik vom Allerfeinsten", war die einhellige Meinung der Zuhörer, die das Konzert des SVEA-Orchesters aus der Partnerstadt Zagorje ob Savi besuchten. Am Ende gab es bei den Blasmusikfreunde kein Halten mehr. Stehende Ovationen und begeisterte "Bravo"- und "Zugabe"-Rufe animierten das Ensemble zu drei zusätzlichen Darbietungen.

Das Konzertprogramm bestand aus einer gelungenen Mischung von traditioneller und moderner Blasmusik. Einer der Höhepunkte war der Auftritt von sieben Musikern, die als Vokal-Septett mit Inbrunst die Hymne "Slowenien, woher ist deine Schönheit?" vortrugen. Nach der letzten, der bekannten "Rosamunde"-Polka, gab es Beifallstürme, wie sie in der Mehrzweckhalle bei einem klassischen Konzert ansonsten nicht zu vernehmen sind.

Die Begeisterung der Blasmusikfreunde kam nicht von ungefähr. Denn was das erlesene Ensemble bot, war konzertante Blasmusik auf höchstem Niveau. Die Musikanten spielten die schwierigen Stücke mit einer bewundernswerten Perfektion. Es stimmte einfach alles. Schwierige Übergänge und verzwickte Stellen im Orchesterpart, Tempowechsel und dynamische Abstufungen gelangen ihnen tadellos. Höchst anspruchsvolle Solostellen der Holz- und Blechbläser (Sopran-Saxofon, Piccoloflöte, Klarinetten und Trompeten) meisterten sie mühelos. Auffällig viele junge Musikanten wirkten in diesem Orchester mit. Sie genossen offensichtlich eine sehr gute Ausbildung, denn sie musizierten klangschön und mit einer bewundernswerten rhythmischen Präzision.

Beim Papst

2011 feierte das Orchester sein 150-jähriges Bestehen. In den vergangenen 30 Jahren machte es sich nicht nur in Slowenien, sondern weltweit einen Namen. 1992 durfte es sogar dem Papst im Vatikan ein Ständchen spielen. Vor sieben Jahren gewann dieses Spitzenorchester bei einem internationalen Wettbewerb in der höchsten Schwierigkeitskategorie die goldene Auszeichnung. Im Vorjahr erhielt es den Ehrentitel "Beliebtestes Orchester in Slowenien". Heuer gewann es einen Wettbewerb für den besten Schlager.

Großen Anteil daran hat Dirigent Peter Kuder, der das "Pihalni orkester SVEA Zagorje" seit elf Jahren leitet. Auch in Kemnath war er in Höchstform. Er dirigierte präzise, ließ seinen Musikanten aber auch Freiräume für die individuelle Gestaltung ihres Instrumentalparts. Er legte großen Wert auf dynamische Abstufungen und nutzte die ganze Bandbreite des Orchesters vom leisen Piano bis zum satten Fortissimo voll aus.

Bürgermeister Werner Nickl freute sich, die Musikanten aus der slowenischen Partnerstadt bereits zum dritten Mal in Kemnath begrüßen zu können. "Aus der Partnerschaft entwickelte sich mittlerweile eine Freundschaft, und die Musik überwindet sprachliche Barrieren spielend." Sein besonderer Gruß galt Marjana Mlinaric-Pikelj, der Präsidentin des Orchesters, und seinem Freund Joze Rabuzin. "Du bist die Seele des Orchesters, der Dolmetscher und die Stütze unserer Partnerschaft", betonte Nickl.

Rabuzin überreichte René Pascal Bauer ein Geschenk. Der Dirigent der Stadtkapelle hatte mit seinen Musikanten als "Vorband" eine halbe Stunde vor Konzertbeginn für Stimmung gesorgt. Unter seinem Vorgänger Andreas Sächerl tratt sie vor zwei Jahren in Zagorje ob Savi auf.
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