"Uhren-Doktor" als gefragter Gast bei der neuen Ausstellung im Kemnather Museum
Der U(h)r-Bayer tickt richtig

Sein vom Aussterben bedrohtes Handwerk ist nach wie vor gefragt: Nicht nur im niederbayerischen Osterhofen kennt man Alois Nowack als den "Uhrendoktor". Bild: bjp
Lokales
Kemnath
07.05.2015
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Über reges Interesse freute sich "Uhren-Doktor" Alois Nowack aus Osterhofen bei Deggendorf. Er informierte die Besucher über den Wert mitgebrachter Uhren und informierte zu Reparaturmöglichkeiten.

Der 70-Jährige ist einer der letzten aktiven Uhrmacher Deutschlands. Er hat das Handwerk von 1959 bis 1963 bei seinem Großvater erlernt. Zwar entschied sich der Flensburger danach für ein Intermezzo bei der Handelsschifffahrt, seit 1986 ist er aber wieder als Uhrmacher tätig. Warum hielt es ihn nicht bei den "Seefahrern"? Alois Nowacks Antwort ist Programm: "Auf den computerisierten Schiffen habe ich mich nicht mehr wohl gefühlt." Umso wohler fühlt sich der "U(h)r-Bayer von der Ostsee" unter den 1700 Ausstellungsstücken seines 2006 gegründeten Uhrenmuseums: "Das älteste Exponat stammt von 1432."

Traurig wird Alois Nowack bei dem Gedanken, einer der "Letzten seines Standes" zu sein: "Den Lehrberuf Uhrmacher gibt es nicht mehr, allenfalls als Feinmechaniker kann man noch etwas über die Reparatur mechanischer Uhren lernen." Entsprechend gefragt ist die Arbeit des "Uhren-Doktors", denn zahlreiche Menschen bringen ihm Liebhaberstücke, die nicht mehr richtig ticken: "Es sind viele junge Leute, die sich an traditionellen Uhren erfreuen."

Sein Uhrenmuseum in Osterhofen ist nicht die einzige Museumserfahrung: Nach einer Ausbildung zum Tierpräparator baute er 1991 das Tiermuseum Regenhütte bei Zwiesel auf. In Niederbayern schlug das gebürtige "Nordlicht" nach dem Ende seiner Zeit bei der Handelsschifffahrt Wurzeln: "Meine Frau ist Österreicherin, und so leben wir jetzt näher an ihrer Heimat." (Hintergrund)

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.uhrendoktornowack.de
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