Virtuose Geiger und Volkslieder

Das Streicherensemble der Renmin University of China begeisterte die Zuhörer in der Kemnather Stadtpfarrkirche beim Konzert "Jasmine & Butterflies". Bilder: jzk
Lokales
Kemnath
24.08.2015
2
0
 
Ying Wang (Cello), Yawei Cheng (Violine) und Fang Zhang (Klavier) spielten das Klaviertrio Nr. 1 von F. Mendelssohn-Bartholdy.

Erstmals gastierte beim Konzert in der Stadtpfarrkirche Kemnath ein Ensemble des renommierten Festivals junger Künstler Bayreuth. Dabei vermittelte das Kammerorchester der Renmin-Univerisität Peking den Zuhörern einen Eindruck der vielfältigen Musikkultur ihres Heimatlandes China.

Auf dem Programm standen traditionelle chinesische und uighurische Musik, aber auch Werke von bedeutenden europäischen Komponisten wie Felix Mendelssohn-Bartholdy und Hugo Wolf.

"Jasmine & Butterflies" war der Titel der Veranstaltung. Er hielt, was er versprach, denn duftende Blüten und die Leichtigkeit der Schmetterlinge spiegelten die Atmosphäre dieses außergewöhnlichen Konzertes wider. Im Jubiläumsjahr des Festivals schlugen 19 Orchestermusiker und drei hervorragende Solisten einen Bogen vom fernen Peking nach Kemnath, dem "Tor zur Oberpfalz".

Schon das erste Musikstück ließ aufhorchen. Fang Zhang (Klavier), Yawei Cheng (Violine) und Ying Wang (Cello) erwiesen sich beim schnellen ersten Satz des Klaviertrios Nr. 1 in d-Moll von F. Mendelssohn-Bartholdy als homogenes Trio, bei dem die beiden Streicher das liedhafte Thema klangschön ausspielten.

"Wohl denk ich oft an mein vergangnes Leben", "Alles endet, was entstehet" und "Fühlt meine Seele das ersehnte Licht" waren die Titel der drei tiefsinnigen Michelangelo-Lieder, die Yi Yang mit seiner voluminösen Baritonstimme vortrug. Sie gaben ein beredtes Zeugnis von der Genialität des oft verkannten österreichisch-slowenischen Komponisten Hugo Wolf.

Sehr gut hatten sich auch die 19 Musiker des chinesischen Streicherensembles auf ihren Auftritt vorbereitet. Mit "Two Springs reflect the Moon" entführten sie ihre Zuhörer in die Welt der fernöstlichen Musik mit ihren pentatonischen Klängen voll melancholischer Schönheit. Bei dem mongolischen Volkslied "Swans an Gooses" lieferte sich das Orchester mit den drei Solisten einen permanenten Dialog. Auf die Melodiebögen im ersten folgte ein rhythmisch bewegter zweiter Teil.

Auch bei "The Butterfly Lovers" von Zhanhao He, Gang Che wechselten sich lyrische mit rhythmisch-akzentuierten Passagen ab. Dabei konnte der Geiger sein virtuoses Können wiederholt unter Beweis stellen. Ein "Glas guten Weins" schenkten die Musiker am Ende ihres beeindruckenden Konzerts ihren Zuhörern ein.

Als Zugabe überreichten die Musiker "Rote Rosen", ein Stück, das im Mittelteil Anklänge an einen feurigen ungarischen Czardas erkennen ließ. Für ein "traumhaft schönes Musikerlebnis" bedankte sich Bürgermeister Werner Nickl bei den Musikern. "Ihr seid musikalische Botschafter eures Landes" beglückwünschte er sie.

Ihm haben Pfarrei und Stadt Kemnath dieses außergewöhnliche Konzert zu verdanken. Spontan erklärte sich Nickl bereit, einen Aufnahmeantrag als Förderer junger Künstler in Bayreuth zu unterschreiben, den ihm Sissy Thammer überreichte. Aus voller Überzeugung forderte er alle Zuhörer auf, seinem Beispiel zu folgen und sich mit einer freiwilligen Spende an den beiden Kirchenportalen für diesen musikalischen Kunstgenuss zu bedanken.

Bleibt zu hoffen, dass auch im kommenden Jahr wieder ein Ensemble des Festivals zu einem Konzert in Kemnath eingeladen wird.
Weitere Beiträge zu den Themen: August 2015 (7425)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.