Vorgeschmack auf Beruf

Handwerksmeister Josef Hofmann (links) baute mit den Siebtklässlern Nistkästen für Singvögel. Bild: jzk
Lokales
Kemnath
06.02.2015
0
0

Die Mittelschüler klopften auf Holz. Allerdings weitaus öfter als dreimal und auch nicht, um vor Unglück verschont zu bleiben.

(jzk) "Nicht nur theoretische Unterweisung und passives Zuschauen sind bei mir angesagt, sondern praktisches Arbeiten", kündigte Handwerksmeister Josef Hofmann den Siebtklässlern an. Er wolle mit ihnen praktisches Lernen mit einer interessanten Projektarbeit verbinden. Hofmann war für das Berufsfeld Holz zuständig. Mit seinen "Kurzeitlehrlingen" baute er Nistkästen für Singvögel, Trennwände für die Schulbänke und Schnellbauwände, die als Raumteiler verwendet werden können.

Eine ganze Schulwoche lang vertauschten die beiden siebten Klassen ihre Schulsachen mit Werkzeugen und Arbeitsgeräten. Zur erweiterten und vertieften Berufsorientierung kamen zehn Fachkräfte in die Schule, um den Mädchen und Buben verschiedene Berufe praxisnah vorzustellen. Sie brachten ihnen die Berufsfelder Holz und Metall sowie Gärtner in den Fachrichtungen Garten-, Landschafts- und Zierpflanzenbau (Floristik), Kosmetik/Friseur, Verkauf/Lager/Handel, Pflege, Maler und Hotel/Gastronomie nahe.

Auffallend war, dass sich auch Mädchen für die sogenannten Männerberufe interessierten. Um in bestimmte Tätigkeiten hineinschnuppern zu können, nahmen sie sogar Praxisstunden am Nachmittag in Kauf. Im Vorfeld konnte sich jeder Siebtklässler auf drei Berufe festlegen. Zwei davon wurden dann ausgewählt.

Um den Mittelschülern eine detaillierte Hilfestellung für ihre spätere Berufswahl geben zu können, legten manche Ausbilder für jeden einen Beobachtungsbogen an. Darin bewerteten sie die Arbeit der Jugendlichen nach den Kriterien Motivation, Mitarbeit, Konzentration, Ausdauer, Sorgfalt, Selbständigkeit, Auffassungsgabe und Geschicklichkeit. Das war auch eine wertvolle Unterstützung beim abschließenden Ausbildungsgespräch. Dabei erfuhr jeder Schüler seine positiven, aber auch seine negativen Seiten und ob er für das jeweilige Berufsbild überhaupt geeignet ist.

Anstrengender Arbeitstag

Das Feedback kam bei den Mädchen und Jungs sehr gut an, denn so lernten sie, ihre praktischen Fähigkeiten richtig einzuschätzen. "Es war ein Programm, bei dem die Jugendlichen voll gefordert wurden", betonten die Fachkräfte. "Sie konnten am eigenen Leib spüren, wie anstrengend ein Arbeitstag sein kann."
Weitere Beiträge zu den Themen: Februar 2015 (7876)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.