Werner Nickl und Hans Reger mahnen - Ohne Frieden kein menschenwürdiges Leben
Welt nicht friedlicher geworden

Bürgermeister Werner Nickl (vorne, Vierter von links) und Kameradschafts-Vorsitzender Karl Reger (vorne rechts) hielten die Gedenkreden am Kriegerdenkmal. Pfarrer Heribert Stretz (vorne, Dritter von rechts) hatte zuvor den Gedenkgottesdienst zelebriert. Bild: hl
Lokales
Kemnath
18.11.2014
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Mit einem Zitat des französischen Philosophen Gabriel Marcel begann Bürgermeister Werner Nickl nach dem Gottesdienst in der Pfarrkirche und dem Trauerzug am Kriegerdenkmal seine Ansprache: "Weil die Toten schweigen, beginnt immer wieder alles von vorn."

"Wir gedenken auch fast 70 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg, aber denken wir auch daran, wie die einzelnen gestorben sind, unter welchen Umständen, unter welchen Schmerzen, Gebeten und Schreien?", fragte Nickl. Millionen von Opfern bedeuteten millionenfach individuelles Leid. Der Volkstrauertag sei ein Aufschrei gegen das Vergessen und gegen das Leid, das viele Menschen auch heute durch Krieg und Vertreibung, Mord und Folter erlebten.

In diesem Zusammenhang erinnert der Rathauschef an die Flüchtlingskatastrophen vor der Insel Lampedusa. Flüchtlinge und Kriegsvertriebene riskierten ihr Leben auf der Flucht, weil sie glaubten, nichts mehr verlieren zu können. Auch in der Gemeinde seien Kriegsflüchtlinge und Asylbewerber aus Syrien und afrikanischen Staaten angekommen. In den Gesprächen mit ihnen schwinge immer die Angst um ihr Leben und das ihrer Familien mit. Hier bestehe die Pflicht, auf sie zuzugehen, Offenheit und Solidarität zeigen.

Deshalb dürfe der Volkstrauertag nicht nur eine Rückschau auf die beiden Weltkriege sein. Menschenwürdiges Leben sei nur in Frieden und Freiheit möglich. Jeder einzelne könne zumindest mit Toleranz und Offenheit an diesem Prozess mitwirken.

Jeder Tote reißt eine Lücke

Der Vorsitzende der Krieger- und Soldatenkameradschaft, Karl Reger, erinnerte an alle Verstorbenen, besonders an die gefallenen Soldaten der Weltkriege und der Bundeswehr. Jeder Tote reiße eine Lücke in unser Leben. Besonders wenn man ihn näher gekannt oder etwas besonderes mit ihm verbunden habe. Der einzelne Soldat habe die gefallenen Kameraden zwar meist nicht persönlich gekannt, doch sei er ihnen durch die gemeinsame Aufgabe und die Gefahren verbunden.

Immer wieder seien in letzter Zeit Särge gefallener Bundeswehrsoldaten zurückgekehrt. Der Krieg sei zwar weit weg, aber die Welt sei nicht friedlicher geworden. Am Volkstrauertag gedenke man neben allen Opfern von Terror und Gewalt, vornehmlich der Soldaten, die im Einsatz für den Frieden gefallen sind oder verwundet wurden.

Wie Werner Nickl legte auch Reger seitens der Krieger- und Soldatenkameradschaft einen Kranz nieder. Zum Abschluss der Feier erklang das Lied vom Guten Kameraden. Drei Schuss Ehrensalut wurden ebenfalls angefeuert. Karl Reger teilte mit, dass die Sammlung für den Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge 1330 Euro erbracht hat und dankte allen Spendern und Sammlern.
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