Werner Zwillich erläutert Imkern die Zusammenhänge bei der Honiggewinnung
Für höchste Qualität im Glas

Lokales
Kemnath
29.01.2015
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Für ihr süßes Erzeugnis sind die Bienenzüchter ganz scharf auf die geschützte Banderole "Echter Deutscher Honig" und das Originalglas des Deutschen Imkerbundes. Nahezu vollzählig waren daher die 50 Mitglieder des Kemnather Imkervereines zu einer Informationsveranstaltung in den Landgasthof Busch gekommen. Der Einführungslehrgang über Entstehung, Gewinnung und Lagerung des kostbaren Lebensmittels erfüllte die Kriterien, um beides beim Verkauf verwenden zu dürfen.

Als Referenten hatte Ortsvorsitzender Andreas Schultes den staatlichen Bienenfachberater Werner Zwillich aus Amberg eingeladen. In seiner Präsentation erläuterte er die hochkomplexen Zusammenhänge bei der Honiggewinnung. Die unterschiedlichen Arten reicherten die fleißigen Insekten mit eigenen Drüsensekreten an. Mehrfach umgelagert, ergebe sich schließlich das wertvolle Produkt, das seine vielfachen Wirkungen aus einer breiten Palette verschiedener Zuckerarten, Mineralstoffe und Vitamine schöpfe.

Prämien für Bestäubung

Die Art der von den Bienen angeflogenen Blüten und Bäume bestimmten weitgehend den differenzierten Geschmack des beliebten Lebens- und Genussmittels, dessen heilende Wirkung seit Urzeiten bekannt sei, erklärte Zwillich. Für den Obstanbau sei die Bestäubung der Blüten im Frühjahr ausschlaggebend für einen hohen Fruchtertrag. Auch in Deutschland würden vereinzelt bereits Betäubungsprämien an die Imker bezahlt.

Die Verwendung von Streptomycin als Spritzmittel im Obstanbau sei jedoch häufig mit schädlichen Auswirkungen auf die Bienenvölker verbunden. Um die Leistung der Insekten zu verdeutlichen, stellte Zwillich eine eindrucksvolle Berechnung auf: Eine Trachtbiene besuche bei jedem ihrer durchschnittlich sechs Flüge 200 bis 300 Blüten. Sie sammle pro Flug 40 Milligramm Nektar und 20 Milligramm Pollen. Zwei bis drei Kilogramm Nektar ergäben schließlich ein Kilogramm Honig. Sachgerechte Gewinnung, Verarbeitung und Lagerung ergäben einen reinen Bienenhonig, der ein geschütztes Qualitätsprodukt sei. Dieser könne nicht mit den meist im Handel erhältlichen Mischprodukten aus Asien verglichen werden, betonte der Amberger.

In Deutschland sei die Rapspflanze der Hauptlieferant der Grundstoffe. Auch verschiedene Nadel- und Laubbäume sowie die darauf nistenden Lausarten dienten den Bienen als Nahrung. Wichtig seien die Witterungsbedingungen. So bringe der feuchtere Westwind bessere Ergebnisse als ein trockener Ostwind.

Honigverarbeitung wie die Arbeit mit den nützlichen Insekten erforderten viele einzelne Schritte und bedeuteten viel Arbeit, machte Zwillich deutlich. Lagerung und Pflege ließen sich zuverlässig an der Erlaubnis zur Verwendung der geschützten Banderole mit Herkunfts- und Haltbarkeitsdaten ermessen.

Der Fachberater lud zur Teilnahme an einer Fortbildung in der Imkerschule Aschach ein und verwies auf die Honigmesse im Herbst bei Augsburg. Dort erfolgt auch eine Prämierung eingesandter Honigproben. Kreisvorsitzender Hans Schön erinnerte zudem an die Jahreshauptversammlung des Kreisverbandes am 13. April in Fuchsmühl.
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