Wo Jesus wirkte und Krieg tobte

Lokales
Kemnath
26.11.2015
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Kosmopolitisch und traditionell, Schmelztiegel der Kulturen und Schauplatz von Weltreligionen - Israel ist ein Land, in dem die Geschichte ebenso lebendig ist wie die Gegenwart. In dem kleinen Land konnten auch die Lehrer noch Neues lernen.

Unter der Leitung von Wolfgang Lippert begab sich eine 21-köpfige Reisegruppe des Kemnather Kreisverbandes des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV) auf eine siebentägige Erlebnisreise durchs Heilige Land. Mit Ofer Moghadam, einem in Pforzheim aufgewachsenen Israeli, stand den Oberpfälzern ein hervorragender Reiseführer zur Verfügung, der die Sehenswürdigkeiten seines Landes, aber auch die spannungsgeladene Gegenwart vor Augen führte.

An Landminen vorbei

Nach der jungen und quirligen Hauptstadt Tel Aviv ging es Richtung Libanon über das Karmel-Gebirge an die Küste der Kreuzfahrer. Haifa und Akko stehen für die aus heutiger Sicht unselige Mission im 11. und 12. Jahrhundert. Am See Genezareth im geschichtsträchtigen Galiläa folgte die Gruppe den Spuren Jesu Christi. Eine Tagesfahrt in die Golanhöhen mit seinen fruchtbaren Tälern, in denen sogar Wein angebaut wird, konfrontierte sie mit dem Nahost-Konflikt. Dieses Gebiet, das Israel 1967 im Sechs-Tage-Krieg von Syrien erobert hat, ist heute noch mit Landminen übersät und nur auf abgesicherten Wegen passierbar.

Auf der Fahrt südwärts durch das fruchtbare Jordantal und die palästinensischen Autonomiegebiete, vorbei an der Mondlandschaft der Judäischen Wüste, war das Tote Meer das nächste Ziel. Von hier aus war die von König Herodes errichtete Festung Masada ein lohnenswerter Abstecher. Auf einem Felsplateau über der Steinwüste thronend, begingen hier etwa 1000 Zeloten kollektiven Selbstmord, um nicht in die Hände der Römer zu fallen. Höhepunkt der Reise war die "Heilige Stadt" Jerusalem. Hier erkundeten die Reisenden Kultstätten der drei monotheistischen Weltreligionen. Zum einzigen Mal spürten sie durch die massive Polizeipräsenz die besondere Sicherheitslage dieses Landes. Von den ultraorthodoxen Juden wusste der Reiseführer zu berichten, dass sie mit etwa zehn Prozent der Bevölkerung stellen.

In der Geburtsstadt Jesu, in Bethlehem, stand neben dem Besuch der byzantinischen Geburtskirche mit Grotte ein Treffen in der palästinensischen Schule "Talitha Kumi" auf dem Programm. In dieser hauptsächlich durch Spenden aus Deutschland finanzierten Einrichtung lernen die Schüler unterschiedlicher Religionen in einem konfliktgeladenen Umfeld gemeinsam und friedlich.

Auf besonderen Wunsch der Reisenden besichtigte man auch das Denkmal für die von den Nationalsozialisten ermordeten Juden Yad Vashem.
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