Workshop für besorgte Eltern im Familienzentrum
"Dauerbrenner" aus der Welt schaffen

"Durchbrechen Sie den Teufelskreis aus Schimpfen, Vorwürfen, Predigen und leeren Versprechungen", riet die Familien-Team-Trainerin Martina Lösel den Eltern beim Workshop im Familienzentrum. Bild: jzk
Lokales
Kemnath
13.06.2015
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Als Hilfe für besorgte Eltern hatte Jessika Wöhrl-Neuber im Familienzentrum "Mittendrin" einen Workshop organisiert. "Muss ich denn alles 100-mal sagen? - Mein Kind zur Kooperation gewinnen" war das Thema. Als Referentin konnte sie die Kommunikationstrainerin Martina Lösel gewinnen. Die Mutter von fünf erwachsenen Kindern gab den elf Müttern und Vätern viele Anregungen für eine effektive und möglichst stressfreie Erziehung.

Umfragen haben ergeben, dass 50 Prozent der Eltern ihre Kinder schwierig finden und sich bei der Erziehung unsicher fühlen. Viele Väter und Mütter wollen Konflikten ausweichen und geben so lange nach, bis ihnen der Nachwuchs auf dem Kopf herumtanzen.

"Für alles brauchen wir heute eine Ausbildung, ein Zertifikat oder einen Führerschein", begann Lösel. "Nur Partnerschaft, Ehe und Kindererziehung sollen von ganz alleine klappen." Viele Eltern und Alleinerziehende seien von den unterschiedlichsten Erziehungsratgebern verwirrt und wüssten nicht mehr, was im Umgang mit ihren Kindern wirklich sinnvoll ist. "Mit unserer Kommunikationstherapie sollen gegenseitiges Verständnis, Respekt und die Verbundenheit in der Familie bewahrt bleiben", betonte die Referentin. Ganz konkret werden dazu acht Trainingseinheiten von jeweils drei Stunden zu bestimmten Fragen angeboten: "Wie setze ich Grenzen liebevoll und bestimmt?", "Wie lösen wir Konflikte gemeinsam so, dass alle gewinnen?" oder "Wie schaffe und bewahre ich eine innige Beziehung zu meinem Kind?" sind nur einige davon.

Sachliche Problemanalyse

Bei dem zweistündigen Workshop im Familienzentrum besprach Lösel in verschiedenen Gesprächsrunden und mit Rollenspielen, wie akute Probleme in der Familie so angepackt werden können, dass eine für beide Seiten zufriedenstelle Lösung erreicht wird. "Wie reagieren Sie, wenn Ihr Kind etwas angestellt hat?" In der Diskussion machte sie deutlich, dass spontane Überreaktionen und aggressive Verhaltensweisen nicht zum Ziel führen. Blickkontakte und sachliche Problemanalyse sind die ersten Voraussetzungen.

Eltern müssen aber auch darauf achten, dass es nicht nur dem Kind, sondern auch ihnen dabei gut geht. "Sorgen Sie gut für sich und laden Sie Ihre Batterien immer wieder auf. Nur, wenn Sie selbst fit sind, können Sie Ihr Kind zur Kooperation gewinnen." Viel Geduld und eine verständnisvolle Zuwendung zum Kind sind erforderlich, um "Dauerbrenner" gemeinsam aus der Welt zu schaffen. Geduldig beantwortete Martina Lösel die Fragen ihrer Zuhörer. Immer wieder machte sie deutlich, dass es bei der Kindererziehung keine Patentrezepte gibt. "Jede Familiensituation ist anders." Ausdrücklich warnte sie davor, immer alles perfekt machen zu wollen.

"Meine Erfahrung als Mutter hat mir gezeigt, dass wohlwollende Gespräche, aber auch klare Regeln und Grenzen die Grundlage für das Glück in der Familie darstellen" erklärte Lösel. Wer an Trainingseinheiten interessiert ist, kann sich bei Jessica Wöhrl-Neuber für einen Kurs in Kemnath oder Bayreuth anmelden.
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