Ausgabestopp weil Verbrauch zu hoch ist
Gelber Sack: Stadt sieht rot

In manchen Gemeinden sind gelbe Säcke inzwischen Mangelware. Das Entsorgungsunternehmen hat die Abgabe vorübergehend eingestellt, weil der Verbrauch seiner Ansicht nach zu hoch ist. Dagegen wollen sich die betroffenen Kommunen nun zur Wehr setzen. Bild: ak
Politik
Kemnath
05.08.2016
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"Eine Unverschämtheit" und "infame Unterstellungen und Anschuldigungen": Derart in Rage brachte Bürgermeister Werner Nickl ein Brief der Firma Magnitz.

Einen solchen habe das Unternehmen, das für die Abfuhr des gelben Sackes zuständig ist, auch an viele andere Kommune geschickt. Der Inhalt: "Unser Verbrauch an gelben Säcken soll überdurchschnittlich hoch sein", berichtete der Rathauschef in der Stadtratssitzung.

Als Regenschutz


Laut dem Entsorger sollen Gewerbetreibende die gelben Säcke als Verpackungsmaterial nutzen, Bürger darin Gartenabfälle, Altkleider und Müll sammeln oder als Schutzkleidung bei Regen und als Abdeckfolie im Garten verwenden. Zudem sollen Stadtbedienstete mit diesen ausgelegte Stromleitungen abdecken. Nur ein Drittel der Säcke komme mit Verpackungsmaterial bei der Firma Magnitz wieder an. "Wir bitten darum um Ihr Verständnis, dass wir bei jenen Städten und Gemeinden, die die reelle Verbrauchsmenge erreicht oder schon deutlich überschritten haben, die Abgabe und Auslieferung bis zum vierten Quartal aussetzen werden", zitierte der Bürgermeister.

"Wir haben keinen gelben Sack mehr." Wenn das so bleibe, solle sich das Unternehmen überlegen, wie es die gelben Säcke an den Verbraucher bringe. Die Stadt sei Dienstleister und helfe ihren Bürgern gerne. Sie sei aber nicht verpflichtet, die Aufgaben privater Firmen zu übernehmen.

Nickl schlug daher vor, dass künftig jeder Kemnather direkt bei der Firma Magnitz gelbe Säcke ordern soll. "Auf diese Art und Weise lassen wir uns nicht düpieren." Es werde auf Landkreisebene etwas passieren müssen, "damit dieser untragbare Zustand beseitigt wird".

Das Schreiben stieß auch beim Gremium auf Unverständnis, das auf die gesetzliche Verpflichtung zur Beseitigung des gesammelten Verpackungsmaterials hinwies. "Die gelben Säcke waren lange so schlecht, dass man mindestens zwei verwenden musste, um den Inhalt zusammen zu halten", berichtete Katharina Hage (Bündnis 90/Die Grünen).

Die Stadt will sich in dieser Sache mit allen anderen betroffenen Gemeinden an den Landkreis wenden, um diesen Missstand zu beseitigen und die Firma zur Ordnung zu rufen.
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