Bebauungsplan für ehemailiges Brauhausgelände
Ponnath baut am Seepark

Vier Gebäude (in Rot) mit Eigentums- und Mietwohnungen sieht der Entwurf von Wolfgang Schultes für das ehemalige Brauhausgelände vor. Ob sich an ihrer Größe und Ausrichtung noch etwas ändert, hängt vor allem von der Ausgestaltung des Kreisverkehrs ab, der ebenfalls noch angelegt werden muss. Repro: stg
Politik
Kemnath
13.07.2016
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Es tut sich was auf dem ehemaligen Brauhausgelände in Kemnath: Unternehmer Michael Ponnath will als Investor Miet- und Eigentumswohnungen errichten. Die ersten Pläne stellte Architekt Wolfgang Schultes im Stadtrat vor.

Knapp vier Jahre hat es gedauert, seit die Stadt das Gelände samt der maroden Gebäude für einen sechsstelligen Betrag aus Privatbesitz erstanden und die Bauwerke dem Erdboden gleichgemacht hat. Seitdem strahlte die Brache in attraktiver Lage Tristesse aus. Dass es sich bei einem möglichen Investor um Michael Ponnath handelt, war Kemnaths "offenstes Geheimnis" der vergangenen Monate, mit der Vorstellung am Montagabend wurde es nun offiziell.

66 Mietwohnungen


Architekt Schultes berichtete, dass Investor Ponnath einen Ideenwettbewerb ausgeschrieben hat, in dem Ideen zur Gestaltung des Geländes präsentiert worden waren. Der nun vorgelegte Entwurf sieht eine Mischung aus Miet- und Eigentumswohnungen vor. Insgesamt sind vier Gebäude angedacht. Im nördlichen Teil des über 12 000 Quadratmeter großen Geländes soll ein Bau mit Eigentumswohnungen entstehen, südlich der geplanten Zufahrtsstraße sollen in drei Bauten 66 Mietwohnungen entstehen. "Das kann sich noch verändern und hängt letztendlich von der Größe der Wohnungen ab", meinte Schultes. Vorgesehen sind vier Vollgeschosse, wobei das oberste "zurückspringt".

Spatenstich im Frühjahr?


Die Planungen weisen eine Tiefgarage aus, deren Zufahrt über den von der Kommune noch zu errichtenden Kreisverkehr erfolgen wird. Je nach genauer Lage und Größe des Kreisverkehrs - im Plan ist aktuell nur eine "So-ähnlich-Variante" enthalten - habe dies Auswirkung auf die exakte Lage der Gebäude. In einem ersten Schritt, so Schultes, plane der Investor mit den Mietwohnungen zu beginnen, möglich seien hier beispielsweise zwei Bauphasen. Sämtliche Wohnungen und Gebäude sollen barrierefrei errichtet werden und ein Miteinander jüngerer und älterer Bewohner ermöglichen. Nach Ansicht Schultes' könnte der Spatenstich für die Gebäude - sofern vom Investor so gewünscht - im Frühjahr/Frühsommer 2017 erfolgen.

Stadträte ebnen bei einer Gegenstimme Bebauungsplan den WegSehr großes Einvernehmen herrschte im Stadtrat zu der vorgestellten Planung des Architekten Wolfgang Schultes. Um das Projekt auch umzusetzen, muss die Stadt einen Bebauungsplan "Neuordnung ehemaliges Brauhausgelände mit Amberger Straße" aufstellen. Den ersten Schritt dazu hat das Gremium gegen die Stimme von Jutta Deiml (SPD) getan.

Ely Eibisch (FWG) fragte, ob beispielsweise ein gastronomischer Betrieb verwirklicht werden könnte, sofern Nachfrage besteht. Bürgermeister Werner Nickl betonte, dass dies mit dem Bebauungsplan im Einklang steht. Josef Krauß (CSU) legte Wert darauf, dass der Kreisverkehr nicht überdimensioniert sein sollte, sondern "stadtgerecht".

Christian Baumann (FW) meinte, dass man dem Investor bei den Planungen entgegenkommen muss. Lobend hob er hervor, dass viele Grünflächen vorgesehen sind. Er zeigte sich zuversichtlich, dass das Gelände sinnvoll genutzt wird. Jutta Deiml (SPD) lehnte die vorgelegten Planungen ab. Sie erinnerte daran, dass in den Erwerb und Abbruch viel öffentliches Geld investiert worden sei. "Daraus ergibt sich auch eine besondere Verantwortung." Mit dem Wissen, was daraus nun wird, hätte sie dem Kauf niemals zugestimmt.

Die ablehnenden Worte nahm Michael Hautmann (CLU) zum Anlass, um den NT-Berichterstatter zu belehren, wie der Artikel über die Sitzung auszufallen habe - "nämlich positiv, damit das in der Bevölkerung ankommt". Er forderte weiter, dass der Artikel "nicht wieder negativ" ausfällt.

Es trieb ihn darüber hinaus die Sorge um, dass nur seine Kollegin Jutta Deiml in der Zeitung ausführlich zitiert werden könnte. Hautmanns kurzer Monolog endete mit der Vorgabe, dass der Berichterstatter nicht den Eindruck erwecken solle, dass der Stadtrat uneins ist.


Positiv immer, negativ nimmer - Angemerkt von Holger StieglerFür flapsige Weisheiten ist Stadtrat Michael Hautmann immer zu haben. Und jetzt hat er auch endlich das richtige, das wahre Wesen der Berichterstattung über Sitzungen des Kemnather Stadtrates entdeckt: Ausschließlich „positiv“ soll sie nämlich sein. Positiv, positiv und nochmal positiv. Und eben nicht negativ. Das störe doch nur die Einheit! Was immer er auch mit diesen beiden Begriffen meint.

Und was sollen denn da die Bürger denken? Sollen die echt mitbekommen, dass da im Stadtrat diskutiert wird? Es ist ein Hauch von „Wer nicht für mich ist, ist gegen mich“, der sich da unwidersprochen im Sitzungssaal ausbreiten darf. Nun, in manchen Herrschafts- und Gesellschaftssystemen dieser Welt wird die Berichterstattung tatsächlich auch so praktiziert. Fraglich, ob es Stadtrat Hautmann dort besser gefallen würde...
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Josef Lang aus Kemnath | 14.07.2016 | 18:55  
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