Grüne gegen Standort für BRK-Wohnanlage
Ökosystem nicht opfern

Stefan Zaus, Katharina Hage und dritte Bürgermeisterin Heidrun Schelzke-Deubzer (von links) wollen am Falkenstein-Park mit seinem Baumbestand festhalten. Die vom BRK-Kreisverband geplante Wohnanlage mit Tagespflegeeinrichtung würden die drei Grünen-Stadträte daher lieber an anderer Stelle stehen. Bild: stg
Politik
Kemnath
21.10.2016
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Zurück zu den Wurzeln gehen die Grünen im Stadtrat - im wahrsten Sinne des Wortes: Sie plädieren für den Erhalt des Falkenstein-Parks. Dem dort geplanten Bauprojekt des BRK steht die Fraktion grundsätzlich positiv gegenüber, realisiert werden sollte es aber an anderer Stelle.

Es ist eher ungewöhnlich, dass eine Fraktion des Kemnather Stadtrates zum Pressegespräch bittet. Dritte Bürgermeisterin Heidrun Schelzke-Deubzer, Katharina Hage und Stefan Zaus haben dies getan, um auf ihr Anliegen hinzuweisen. "Wir wollen, dass der Falkenstein-Park erhalten bleibt", betonten sie beim Ortstermin.

Gleich zu Beginn stellten die drei Stadträte aber auch klar, dass sie das Bauprojekt des BRK - eine Anlage mit 56 Appartements und zwei Tagespflegen (wir berichteten) - grundsätzlich sehr begrüßen. "Aber der bestehende Park ist dafür ungeeignet", meinte Schelzke-Deubzer. Ihrer Ansicht nach gebe es in der Stadt genügend andere zentral gelegene Grundstücke, die sich dafür sehr gut eignen würden und wo das Projekt realisiert werden könnte. Die drei Grünen fordern deswegen, dass seitens der Kommune dem BRK ein entsprechendes Angebot gemacht werde.

"Im Falkenstein-Park haben wir den wertvollsten Baumbestand in ganz Kemnath", stellte Stefan Zaus fest. Das Areal sei ein "innerstädtisches Juwel" und ein "besonders schützenswertes Ökosystem". Im Falle eines Baus im jetzigen Park würden in der Siedlung massive Verkehrsprobleme entstehen, resultierend aus den Themen Durchfahrt, Anlieferung und Parken.

"Wir befürchten, dass das große Potenzial des Parks geopfert wird", sagte Hage. Dies sei eben mehr als nur ein Hundeklo. Gerade an heißen Sommertagen sei der Park der perfekte Schattenplatz. "Um das Potenzial entfalten zu können, müsste der Park aber auch etwas offener und einladender gestaltet werden", forderte Zaus. Schelzke-Deubzer warnte zudem vor einer zu intensiven Konzentration rund ums Thema Pflege und Senioren in diesem Bereich (die Senivita AG baut dort eine Pflegewohnanlage mit 48 Apartments). Sinnvoller seien generationenübergreifende Ansätze in der ganzen Stadt: "Hier wird es Zeit, dass die neu aufgelegten Förderprogramme für sozialen Wohnungsbau und die Schaffung bezahlbaren Wohnraums genutzt werden."

Zaus, der im Bauausschuss gegen die Bauvoranfrage des BRK gestimmt hatte, monierte, dass man sich im Städtebaulichen Entwicklungs- und Einzelhandelskonzept (SEEK) zwar in Arbeitskreisen Gedanken über künftige Entwicklungen in der Stadt mache, aber ein Thema wie die Zerstörung eines Parks fünf Minuten im Bauausschuss behandle: "Und das, ohne sich Gedanken über die Konsequenzen zu machen." Die drei Stadträte kündigten an, ihre Bedenken dem BRK auch schriftlich mitzuteilen.
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