Kinderarzt für Kemnath
Aus Libyen nichts Neues

Symbolbild: dpa
Politik
Kemnath
03.06.2016
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Angesprochen auf einen Nachfolger für Kinderärztin Ulrike Werner-Jung, kann sich Bürgermeister Werner Nickl kurzfassen: "Nichts Neues." Seit fast eineinhalb Jahren ist ihre Praxis in Kemnath verwaist, nachdem sie Werner-Jung aus Altersgründen aufgegeben hatte. Alle Bemühungen, einen neuen Kinderarzt in die Stadt zu lotsen, verliefen bisher im Sand.

Dabei sucht die Stadt tatsächlich weltweit: Nach einem Aufruf auf Antenne Bayern im vergangenen Sommer war der Kontakt zu einem Kinderarzt aus Libyen zustande gekommen. Der Mann hatte in Köln studiert (wir berichteten). Allerdings war ihm zumindest bis vor einigen Wochen die Ausreise nach Deutschland nicht genehmigt worden. "Seitdem haben wir nichts mehr gehört", bedauert Nickl: "Es herrscht Stillstand." Bewegung in die Sache konnte auch ein Mediziner aus Syrien nicht bringen, der sich bereits in Deutschland aufhält und sich auch beworben hatte. Sein Bruder lebt als Asylbewerber in Kemnath. Allerdings spreche der Mann kein Deutsch, "und es bringt ja nichts, wenn der Arzt deswegen von den Eltern nicht angenommen wird". Trotz aller Rückschläge will Nickl "auf keinen Fall aufgeben". "Vielleicht hilft mal der Zufall." Immerhin hat er die Kassenärztliche Vereinigung an seiner Seite, die für die Zulassung für den Kinderarztsitz eine Verlängerung gewährt hat. Eigentlich wäre sie im vergangenen August abgelaufen, jedoch seien der Kammer die Zahlen und der Bedarf in Kemnath bekannt.
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