Landrats- und wasserwirtschaftsamt verlagen von der Stadt ein Gutachten
Alte Deponie, neue Kosten

Heute Grünland, bis vor 36 Jahren Müllhalde: Jetzt muss untersucht werden, ob die Fläche frei von Schadstoffen ist, die das Grundwasser belasten könnten. Bild: stg
Politik
Kemnath
15.03.2016
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Lange ist es her, dass zwischen Kemnath und Schönreuth auf einer Fläche der Hausmüll abgeladen werden durfte. Kosten verursacht die Fläche aber auch heute, 36 Jahre nach Schließung der Deponie, noch: Stattliche 67 000 Euro muss die Stadt für ein Gutachten in die Hand nehmen.

Nichts erinnert heute mehr an die frühere Nutzung als offizielle Müllhalde, wenn man an der B 22 von Kemnath in Richtung Schönreuth direkt dran vorbeifährt. Der Müllplatz war von etwa 1963 bis 1980 in Betrieb. Auf der Fläche wurden in dieser Zeit unter anderem Erdaushub, Bauschutt, Altreifen sowie Haus- und Sperrmüll abgeladen. In den Jahren 1978 bis 1980 wurde das Areal über ein Rekultivierungs-Programm für Müllkippen zu Grünland umgewidmet. Als solches wird es auch heute genutzt.

Wie Bürgermeister Werner Nickl dem Stadtrat berichtete, hatten das Landratsamt Tirschenreuth sowie das Wasserwirtschaftsamt Weiden in den vergangenen Jahren Erkundungen auf dem Gelände vorgenommen. Dadurch sei der "Verdacht auf Vorliegen einer Altlast oder schädlicher Bodenveränderungen", wie es die Sitzungsvorlage im schönsten Beamtendeutsch formuliert, erhärtet worden. Die Folge: Das Landratsamt hat die Kommune mittlerweile aufgefordert, ein Gutachten zur "abschließenden Gefährdungsabschätzung" in Auftrag zu geben. Konkret geht es darum festzustellen, ob eine Gefährdung von Oberflächengewässern, aber auch vom Grundwasser vorliegt.

Bereits im August 2015 hatte die Stadt deshalb einen Antrag bei der Gesellschaft für Altlastensanierung in Bayern mbH (GAB) gestellt, um einen finanziellen Zuschuss für die Untersuchung zu bekommen. Der Eigenanteil der Stadt für das Gutachten sowie eventuell nötiger weiterer Maßnahmen liegt bei 67 000 Euro. Bei den geschätzten Kosten von insgesamt 97 000 Euro werden 30 000 Euro durch einen Zuschuss der GAB gedeckt.
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