Mit Sprachunterricht und anderen Organisationen halfen die Helfer den Flüchtlingen
Freudentränen als Lohn

Politik
Kemnath
29.12.2014
31
0

Strahlende Augen und Freudentränen gab es in der Realschule. Die ehrenamtlichen Helfer beim Flüchtlingsprojekt hatten die 14 Flüchtlinge eingeladen, die seit kurzem in Kemnath sind und übergaben ihnen Weihnachtsgeschenke.

Seit Anfang dieses Schuljahres engagieren sich die beiden Lehrkräfte Kerstin Sommer und Florian Leusser ehrenamtlich für die in der näheren Umgebung untergekommenen Flüchtlinge. Durch die Unterstützung von Schulleiter German Helgert konnten sie bereits Anfang November mit dem Deutschunterricht für die 16 Flüchtlinge beginnen. Dieser Sprachunterricht findet drei Mal wöchentlich in den Räumen der Realschule statt. Zusätzlich konnte Christine Schubert gewonnen werden, die sich neben dem Unterricht auch zusätzlich noch für die Flüchtlinge einsetzt.

Basar und Wunschbaum

Darüber hinaus bemühten sich die beiden Lehrkräfte um eine weitere Einbindung der Schule. Sie starteten einen Aufruf für Kleider- und Sachspenden. Über 60 freiwillige Helfer aus den achten Klassen packten mit an, um den riesigen Andrang in den Pausen zu bewältigen. Alle zogen an einem Strang und so konnte die Sortierung der gesammelten Spenden an einem Nachmittag abgeschlossen werden. An zwei weiteren Nachmittagen wurden die Flüchtlinge eingeladen, um sich wie auf einem Basar mit Kleidung einzudecken.

Zu Weihnachten wurde jetzt noch eine weitere Aktion gestartet. Dabei wurden die ehrenamtlichen Helfer vom Lehrerkollegium tatkräftig unterstützt. Gemeinsam mit der Fachschaft Religion überlegte man, wie man den Flüchtlingen, die in letzter Zeit so viele traurige Momente erleben mussten, zu Weihnachten eine kleine Freude bereiten könnte. "So entstand die Idee der Wunschbaumaktion", erzählte Kerstin Sommer.

Dazu wurden im Religionsunterricht Sterne gebastelt, mit Wünschen beschriftet und an einem großen Weihnachtsbaum in der Pausenhalle aufgehängt. Die Realschüler konnten sich einen Stern nehmen und das auf der Rückseite aufgeschriebene Wunschgeschenk im Wert von etwa fünf Euro besorgen. "Bereits in der ersten Pause des nächsten Tages war der Baum wie leer gefegt", berichtete Sommer. Die Schüler der siebten und achten Klassen übernahmen für je einen Flüchtling die Patenschaft. Sie packten die gesammelten Einzelgeschenke zu großen Geschenkpaketen zusammen.

Dann wurden die Flüchtlinge in die Realschule eingeladen. Alle sollten Gelegenheit bekommen, sich besser kennenzulernen, miteinander ins Gespräch zu kommen und sich auszutauschen. Auch Realschuldirektor German Helgert und Vertreter der Fachschaft Religion nahmen an der Feier teil. Einige Flüchtlinge stellten sich in deutscher oder englischer Sprache mit ihrem Namen und dem Herkunftsland vor. Sie kommen aus Pakistan, Syrien, Nigeria, Ghana und Serbien.

Für eine bessere Zukunft

Beim gemütlichen Zusammensein mit Plätzchen und Punsch ergaben sich gute Gespräche mit den Lehrern und den Schülern. Studienrat Walter Thurn und Lea Dietl (9 F) übernahmen die musikalische Gestaltung. Als die Klassensprecher die Geschenkpäckchen überreichten, wurden sie mit einem herzlichen "Danke" belohnt. Konrektorin Sandra Hering überreichte jedem noch eine selbst gestaltete Weihnachtskarte mit besten Wünschen nicht nur für die Weihnachtszeit, sondern auch für eine hoffentlich bessere Zukunft.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.