Realschulleiter führt CSU-Kreistagsfraktion Notwendigkeit von Sanierung vor Augen
Zeit der Zurückhaltung vorbei

Realschulrektor German Helgert zeigte den CSU-Kreisräten um Fraktionsvorsitzenden Toni Dutz (Elfter von links) auf, wo überall im Schulgebäude Sanierungsbedarf besteht. Bild: hwk
Politik
Kemnath
16.07.2016
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Die Realschulturnhalle in Kemnath ist in die Jahre gekommen. Bei einem Besuch in der Schule war sich die CSU-Kreistagsfraktion einig, für eine Sanierung nicht noch mehr Zeit verstreichen lassen zu wollen.

Dabei solle nicht nur oberflächliche Kosmetik betrieben werden, meinte Bürgermeister Werner Nickl. Die Halle sowie weitere Gebäude sind mehrere Jahrzehnte alt und nicht mehr auf aktuellem Stand. Vor allem in den Kellergeschoßen ist einiges zu machen. Schulleiter German Helgert zeigte den Politikern beim Rundgang unter anderem feuchte Wände wegen undichter Fundamente, schadhafte Fußböden, undichte Fenster und Türen.

300 000 Euro in 2016


Bereits in den vergangenen Jahren wurde einiges saniert und erneuert, so die Fachräume für IT, Chemie und der Musik. Allein 2016 stehen wieder 300 000 Euro im Kreishaushalt für den Biologiefachraum, die Vernetzung der Räume und Malerarbeiten in den Gängen zur Verfügung. In den kommenden Jahren sind die energetische Sanierung des Verwaltungsgebäudes, der Flachbauten sowie weiterer Klassenzimmer und die Vergrößerung der Aula geplant.

Helgert erklärte in seiner Präsentation über die Realschule, dass man sich in den vergangenen Jahren mit größeren Forderungen bewusst zurück gehalten habe, da der Landkreis mit anderen Schulen im Landkreis finanziell sehr gefordert war. Nun bat er aber die CSU-Kreisräte, in den kommenden Jahren verstärkt auf die Realschule in Kemnath zu schauen.

Fraktionssprecher Toni Dutz sicherte Helgert zu, dass sich die CSU- Fraktion des Themas annehmen werde. "Die Liste der Notwendigkeiten ist angekommen, und wir werden uns damit zeitnah auseinander setzen." Gleichzeitig betonte er, dass es wichtig sei, dass die Realschule in Kemnath nach wie vor attraktiv bleibe und weiterhin modern und zukunftsorientiert aufgestellt sei.

"Wir müssen ordentliche Arbeit machen und nicht nur oberflächliche Kosmetik betreiben", forderte Nickl und erhielt dafür breite Zustimmung. Der Landkreis müsse nun bald in die Planungen einsteigen. "Wenn wir das Thema im Jahr 2018 angehen wollen, haben wir über ein Jahr Zeit." Kreisrat Bernhard Söllner war dafür, die dringend erforderliche Erweiterung der Pausenhalle schnellstmöglich zu forcieren.

Gesamtpaket schnüren


Stellvertretender Landrat Roland Grillmeier ging einen Schritt weiter. Er forderte eine fundierte Planung. "Wenn es sein muss, dann müssen eben auch externe Spezialisten her, die sich das alles genau anschauen." Er erinnerte daran, dass bei den Sanierungen auf das Thema Inklusion geachtet werden müsse. Hinsichtlich der derzeitigen staatlichen Förderkulisse sollten weitere öffentliche Gebäude im Landkreis auf energetische und barrierefreie Sanierungsarbeiten untersucht werden, um ein Gesamtpaket zu schnüren. Kreisrat Christian Bauer verwies darauf, dass auch das Thema Brandschutz untersucht werden müsse.

Laut Dutz stehen die Chancen sehr gut, für eine Generalsanierung der besprochenen Abschnitte entsprechende Fördermittel zu bekommen. "Wir haben es in anderen Schulen im Landkreis geschafft, deshalb müsse das auch in Kemnath möglich sein."

Bernhard Söllner: Ein Bildungskoordinator für Neuzugewanderte nach ImmenreuthBernhard Söllner griff erneut die Diskussion um das Projekt "Bildungskoordinator für Neuzugewanderte" im Landkreis auf. Er begrüßte den Vorschlag von Waldsassens Bürgermeister Bernd Sommer, hierfür zwei Teilzeitstellen - eine für den östlichen, die andere für den westlichen Landkreis - zu schaffen. "Vorbehaltlich der Förderzusage des Bundes, könne man durch diese Lösung die bestmögliche Vernetzung und Hilfestellung bei den Betroffenen herbeiführen."

Im Bezug auf die Diskussionen um die Unterbringung von Asylbewerbern ist es für den Immenreuther die logische Schlussfolgerung, diese Teilzeitstelle in seinem Wohnort anzusiedeln. "Mit 64 Flüchtlingen und unbegleiteten Flüchtlingen ist die Gemeinde Immenreuth diejenige Kommune im westlichen Landkreis, die die meisten Hilfesuchenden beherbergt." Für diesen Vorschlag fand er Unterstützung innerhalb der CSU-Fraktion.

Die finanzielle Aufstockung des kommunalen Finanzausgleichs lässt hoffen, dass auch im Landkreis Tirschenreuth mehr Fördergelder ankommen. In der CSU-Kreistagsfraktionssitzung ging Toni Dutz auf aktuelle Zahlen sei. Derzeit gebe es einiges an Fördergeldern für die Region, wenn man in der Lage sei, diese abzurufen. "Hier müssen wir dran bleiben und alle Chancen nutzen", appellierte der Fraktionssprecher.

In diesem Zusammenhang verwies er auf die Dreifachturnhalle in Wiesau, die bis vor kurzen als Notunterkunft für Flüchtlinge genutzt wurde. Bislang sind rund 300 000 Euro an Kosten für die Ausbesserungen von entstandenen Schäden veranschlagt worden. Zwar habe Regierungspräsident Axel Bartel die komplette Übernahme zugesagt, "leider ist aber davon auszugehen, dass diese 300 000 Euro aber wahrscheinlich nicht reichen werden." Sinnvoll sei zudem, im Zuge dieser Sanierungsmaßnahmen auch weitere anstehende Arbeiten mit zu erledigen. Daher sollte mit der Regierung nochmals gesprochen werden, ob diese Kosten ebenfalls zumindest anteilig mit übernommen werden.

Kreisrätin Inge Härtl erkundigte sich nach dem aktuellen Stand in Sachen Biotonne. Mario Rabenbauer aus Waldershof vermisste bis zum jetzigen Zeitpunkt die Behandlung des CSU-Antrags zum Thema "Wegweiser für Flüchtlinge". Zu beiden Themen soll in der nächsten Kreistagssitzung angefragt werden. (hwk)
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