Stadt arbeitet mit Bürgern
Bei der Gastronomie Magerkost

Sieben Handlungsfelder der Stadtentwicklung haben die Planer identifiziert. Zu jeden einzelnem Schwerpunkt konnten die Kemnather an einer Plakatwand Vorschläge eintragen. Bilder: stg (2)
Politik
Kemnath
29.04.2016
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Andreas Hacke.

Wie soll sich die Stadt Kemnath weiterentwickeln? Und: Welche Projekte sollen dafür angepackt werden? Um diese Fragen geht es bei der Fortschreibung des Städtebaulichen Entwicklungs- und Einzelhandelskonzeptes (SEEK). Erste Antworten gab es am Donnerstag.

Bei der Auftaktveranstaltung im Foyer der Mehrzweckhalle stand die Auswertung der Ergebnisse der jüngsten Fragebogenaktion im Mittelpunkt. Bürgermeister Werner Nickl machte bei der Begrüßung keinen Hehl daraus, dass er schon einige interessierte Bürger mehr zur Veranstaltung erwartet hätte. Er erinnerte an das erste Konzept aus dem Jahr 2004, vom dem viele Aspekte in den vergangenen Jahren umgesetzt worden seien. Referenten des Abends waren Andreas Hacke vom Büro Geo-Plan sowie Ralph Stadter vom Büro RSP. Nach einem Rückblick auf wichtige Stationen in der Stadtentwicklung und einigen statistischen Darlegungen konzentrierte sich Hacke auf die Ergebnisse der Umfrage. Insgesamt seien bei der Haushaltsbefragung 1500 Fragebögen nach dem Zufallsprinzip versendet worden, mit dem Rücklauf von 613 Stück (rund 41 Prozent) könne man sehr zufrieden sein. Gefragt worden war unter anderem nach dem Handlungsbedarf zu Verbesserungen im öffentlichen Raum und bei der Aufenthaltsqualität.

Die Teilnehmer hatten die Möglichkeit, den Handlungsbedarf als "dringend", "mittel", "gering" und "bin zufrieden so wie es ist" einzuordnen. Neben einer großen Zufriedenheit in vielen Bereichen, wo kaum gehandelt werden muss, gibt es auch konkrete Ansatzpunkte: Den größten Bedarf sehen die Befragten beim Thema "Barrierefreiheit von öffentlichen Gebäuden" mit über 60 Prozent in den Kategorien "dringend" und "mittel". Ebenfalls Nachholbedarf sehen die Bürger bei Gaststätten, Freiluftgastronomie und Parken am Marktplatz.

Beim Thema Einkaufen wurde festgehalten, dass ein großer Prozentsatz ein- bis zweimal wöchentlich zum Einkaufen geht in Kemnath, wobei neben den Einkaufsmärkten im Gewerbegebiet auch die Innenstadt nicht schlecht abschneidet. Ein relativ hoher Prozentsatz - nämlich gut 40 Prozent - sieht dringenden beziehungsweise mittleren Handlungsbedarf bei einer Busanbindung der Innenstadt sowie des Gewerbegebietes.

Gefragt nach dem Handlungsbedarf zur Angebotsverbesserung für Kinder und Jugendliche stechen deutlich die Mobilitätsangebote für Jugendliche sowie die Abendgestaltung für junge Erwachsene hervor. Groß ist in der Bevölkerung anscheinend auch der Bedarf nach mehr Freizeitmöglichkeiten für ältere Menschen sowie bei der Versorgung mit Fachärzten. Insgesamt verfügt Kemnath über ein gutes Image bei der Bevölkerung: Allein beim Punkt "jungendfreundliche Stadt" schneidet man mit der Note 2,6 etwas schlechter ab.

Insgesamt sieben Handlungsfelder der Stadtentwicklung ergeben sich für die Zukunft: Wohnen, Städtebau und Siedlungsentwicklung; Verkehr und ÖPNV; Gewerbeentwicklung, Wirtschaft und Arbeit; Einzelhandel, Dienstleistung und Gastronomie; Jugend, Familie und Senioren; Bildung und Kultur; Freizeit, Naherholung und Tourismus.

An einer Plakatwand konnten die Anwesenden abschließend ihre Vorschläge zu den einzelnen Themen eintragen. Diese werden nun ausgewertet, im Anschluss sollen einzelne Arbeitsgruppen gebildet werden.
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