Stadt neues Gesicht gegeben
Bürgermeister Werner Nickl zieht im Stadtrat Jahresbilanz

Sehr harmonisch verlief die letzte Stadtratssitzung im Jahr 2015 mit Bürgermeister Werner Nickl (Mitte), zweitem Bürgermeister Hermann Schraml (links davon), Geschäftsstellenleiter Reinhard Herr (rechts davon) und den Stadträten. Bild (jzk)
Politik
Kemnath
23.12.2015
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Kemnath ist nicht mehr das Kemnath wie vor einem Jahr. Das Gesicht der Stadt habe sich wieder ein stückweit verändert, bilanziert Bürgermeister Werner Nickl. Und das ist gut so, denn "auch nicht unmittelbar sichtbare Veränderungen führen unsere Stadt in eine gute Zukunft".

Damit sprach Nickl in der letzten Stadtratssitzung des Jahres vor allem die Behördenverlagerung an. Im inzwischen leerstehenden Amtsgerichtsgebäude entsteht eine Zweigstelle des Zentrums Familie und Soziales mit mindestens 20 Arbeitsplätzen. Im Frühjahr wird das Gebäude mit einem Kostenvolumen von etwa einer Million Euro saniert.

Als sichtbare Zeichen der Veränderung führte der Sitzungsleiter unter anderem den Abbruch des Dietl-Anwesens, die Aussegnungshalle, Friedhofsgestaltung, Neugestaltung des Umfeldes der Friedhofskirche, Freilegung des ehemaligen Falkensteingrundstückes vom Bewuchs, die Ägidiuskapelle auf der Burg Waldeck, den Dorfplatz in Oberndorf und die Aktion "Kemnath blüht auf" an.

"Es gibt auch viele neue Gesichter in der Stadt", erklärte Nickl. Etwa 60 Flüchtlinge seien in Kemnath, Zwergau und Hahneneggaten untergebracht. Viele Ehrenamtliche setzten sich für sie ein. Auch das Rathaus helfe mit. Verschiedene Veranstaltungen wie der Montagstreff im Familienzentrum Mittendrin bereicherten das Angebot. "Die Stadt Kemnath ist derzeit im Bereich des Königsteiner Schlüssels", versicherte der Bürgermeister. "Wir haben aber kein Problem, noch weitere Asylbewerber bei uns aufzunehmen."

Der innovative Lernort beim Siemens-Werk in Kemnath startet im Februar. Der Bescheid für die Fortschreibung des städtebaulichen Entwicklungskonzepts ist eingegangen. Die Zahlen der Schulen bleiben stabil hoch. Wegen der riesigen Nachfrage nach Bauplätzen hat die Stadt Baugebiete erweitert. "Das Familienförderprogramm, das Energiesparförderprogramm, das Familienzentrum Mittendrin und viele andere Einrichtungen zeigen die Attraktivität unserer Stadt", meinte Nickl. "Unsere Familienfreundlichkeit ist sprichwörtlich, aber immer noch ausbaufähig." Trotz aller Negativmeldungen finde das Leben in der schönen Innenstadt doch statt, denn immer wieder entstünden neue Fachgeschäfte.

Schulden abgebaut


Die Verschuldung, die 2010 bis 2012 aufgrund hoher Investitionen für Sanierungen hochfahren musste, konnte deutlich reduziert werden, versicherte der Rathauschef. "Wir befinden uns wieder auf dem Niveau von 2009." Nächstes Jahr erhalte die Stadt wieder einmal Schlüsselzuweisungen in Höhe von 500 000 Euro.

Probleme zusammen lösen


Geld, das sie für die Sanierung des Rathauses, die 2016 beginnt, brauchen kann, ebenso für Straßenbaumaßnahmen und den Umbau der Kläranlage, die eine anaerobe Anlage wird. "Sämtliche Fördermöglichkeiten werden ausgeschöpft", betonte Nickl. Als weitere Maßnahmen nannte er die Brauhausgeländeentwicklung, den Radweg, die Erweiterung des ärztlichen Angebots (Kinderarzt), die Betreuungssituation für Senioren und die Pflegeplätze. Der KEM-Verband brachte mit tollen Aktionen frischen Wind in die Veranstaltungsreihe. Der Stadtverband soll wieder einen funktionierenden Vorstand bekommen. "Wir werden diese Probleme gemeinsam lösen", zeigte sich Nickl zuversichtlich

Abschließend dankte der Bürgermeister allen, die bei der Entwicklung der Stadt mithelfen und Verantwortung tragen. Als Geschenk erhielt jeder Stadtrat einen Sonnenschirm. Die Fraktionsvorsitzenden Josef Krauß (CSU, in Absprache auch für die CLU), Christian Baumann (FW), Ely Eibisch (FWG) und Heidrun Schelzke-Deubzer (Die Grünen) dankten für die gute Zusammenarbeit. Sie sprachen Problemfelder an, die 2016 gemeinsam angepackt werden müssen. Wolfgang Weber (SPD) gab eine persönliche Erklärung ab.
Die Stadt Kemnath ist derzeit im Bereich des Königsteiner Schlüssels. Wir haben aber kein Problem, noch weitere Asylbewerber bei uns aufzunehmen.Bürgermeister Werner Nickl
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