Stadt passt Dienstverträge an
Gleiche Sätze für Bestatter

Bislang kalkulierten die Bestatter die Kosten unter anderem für das Ausheben eines Grabes selbst. Seit August gilt für Arbeiten, die eigentlich im Zuständigkeitsbereich der Gemeinde liegen, ein einheitlicher Satz. Bild: ak
Politik
Kemnath
17.08.2016
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Die Stadt hat die Dienstverträge mit den drei für den Kemnather Friedhof zugelassenen Bestattern überarbeitet. Zwar erhalten die Hinterbliebenen weiterhin von beiden Seiten eine Rechnung, allerdings verändert sich nun die Verrechnung der jeweils erbrachten Leistungen.

Mit der Anpassung der Verträge setzte der Stadtrat eine gesetzliche Vorgabe um, die nun seit 1. August greift. Bis zum 31. Juli hätten die Bestatter neben ihren wirtschaftlichen auch andere Leistungen verrechnet. Diese "hoheitlichen Aufgaben" obliegen jedoch der Gemeinde, sprich der Friedhofsverwaltung. Da es in Kemnath kein eigenes Friedhofspersonal gebe, bediene sich die Kommune eines sogenannten Erfüllungsgehilfen (Bestatter), der diese Dienste erbringe, erklärt Martin Graser.

Dazu zählen unter anderem die Tätigkeit des Leichenträgers, Öffnen und Schließen eines Grabes und gegebenenfalls Aufbahrung eines Verstorbenen in einer Kühleinrichtung, falls die Bestattung nicht zeitgerecht erfolgen kann. Die Vergütung für diese hoheitlichen Aufgaben habe bislang jeder Bestatter selbst kalkuliert und den Hinterbliebenen in Rechnung gestellt, erläutert Graser.

Doch damit ist seit gut zwei Wochen Schluss. Durch die angepassten Verträge erhalten die zugelassenen Unternehmen für diese Arbeiten und Dienste die gleiche Vergütung - allerdings nun von der Friedhofsverwaltung. "Die Gemeinde verrechnet die durch den Bestatter erbrachten Leistungen direkt mit den Angehörigen" - zusätzlich zu den Grabnutzungsgebühren und dem Nutzungsentgelt für Aussegnungshalle, die sie ihnen wie bisher schon in Rechnung gestellt hat. Die Umstellung bedeutet für Graser und seine Kollegen ein Mehr an Arbeit. Jedoch sorge die "Vereinheitlichung der von der Gemeinde zu erbringenden Leistungen für eine durchgehende Transparenz", hebt er den Vorteil für die Bürger hervor.

Davon unberührt sind die "wirtschaftlichen Leistungen" der Bestatter, die sie weiterhin direkt mit den Hinterbliebenen abrechnen. Dazu zählt der VG-Mitarbeiter den Sarg, dessen Innenausstattung, Desinfektionsmittel, die Bekleidung des Toten und die Erledigung sämtlicher Formalitäten. "Diese Kosten kalkuliert jeder Bestatter eigenständig. Darauf können wir keinen Einfluss nehmen."
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