Stadtrat billigt Konzept zur Umstellung auf anaerobe Schlammstabilisierung
Kläranlage: Förderhöhe unklar

Gut 4,1 Millionen Euro wird die Stadt Kemnath in die Umstellung der Kläranlage investieren. Wie hoch die Förderung ausfallen wird, ist noch nicht bekannt. Bild: stg
Politik
Kemnath
08.06.2016
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Die Planungen für die Umstellung der Kläranlage auf anaerobe Schlammstabilisierung laufen auf vollen Touren. Am Montag präsentierten Stefan Haider von der Firma H2Office sowie Jörg Heetkampf von der Firma atd dem Stadtrat die Entwurfsplanung. Die Gesamtkosten liegen bei etwa 4,1 Millionen Euro.

Bürgermeister Werner Nickl erläuterte im Vorfeld, dass die Stadt mit der geplanten Errichtung von Flotation und Schlammfaulung Nutznießer einer finanziellen Förderung durch das EFRE-Programm (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung) werde. In einer ersten Runde seien zwölf bayerische Kommunen ausgewählt worden. Bislang habe man aber noch kein offizielles Schreiben erhalten. Auch die Höhe der Förderung sei unklar. Nickl geht von einer Fördersumme von ungefähr 60 Prozent der förderfähigen Kosten aus. "Aber auch was förderfähig ist, wissen wir noch nicht."

Laut Haider ist für die Kläranlage eine sogenannte dynamische Simulation erfolgt. "Dadurch können wir die Situation sehr gut abbilden." Der Experte erläuterte, was mit dem energiereichen Flotatschlamm passiert, bis schließlich das Gas entsteht, das von den beiden neuen Blockheizkraftwerken verwertet werden kann. Auf diese Art werde erreicht, dass die Kläranlage nahezu energieautark sei.

Die abweichende Kostenschätzung aus dem vergangenen Jahr, die bei knapp 3,3 Millionen lag, führte der Referent auf mehrere Faktoren zurück wie einen doppelt so großen Gasspeicher, zwei statt nur einem Blockheizkraftwerk, eine maschinelle Überschuss-Schlammverdickung sowie eine erweiterte Technik.

Der Bürgermeister sprach von einer "zukunftsfähigen Lösung für die nächsten Jahrzehnte". Quer durch alle Fraktion wurde das Konzept für gut geheißen. In diesem Zusammenhang wurden auch die Themen Polymere sowie weitere Nutzung der Klärschlammvererdungsanlage andiskutiert.

Einen Billigungs- und Satzungsbeschluss hat das Gremium außerdem zur Aufstellung eines Bebauungsplans "An der Brückengasse - BA3" getroffen. Ebenfalls beschlossen hat das Gremium, an einer Bündelausschreibung für den Bezug von Erdgas von 2018 bis 2021 für die kommunalen Liegenschaften teilzunehmen.
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