Stadtverband droht Auflösung
Vorsitzender verzweifelt gesucht

Den Stadtverband aus der Krise holen: (von link) Noch-Vorsitzender Werner Klante, Bürgermeister Werner Nickl, Noch-Terminkoordinator Thomas Klante und Schriftführer Josef Fischer suchen nach Vereinsvertreter, die im Verband Verantwortung übernehmen. Bild: stg
Politik
Kemnath
24.06.2016
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Das Wunder ist ausgeblieben: Auch nach dem jüngsten Anlauf ist kein Vorstand für den Stadtverbandes in Sicht. Etwas Hoffnung bleibt: Vielleicht liegt in einem Geschäftsführer- oder Rotationsmodell die Rettung vor der Auflösung.

Bürgermeister Werner Nickl brachte den Ernst der Lage beim Treffen im Foyer auf den Punkt: "Es geht um die Existenz". Der Stadtverband besteht seit fast 37 Jahren, habe viel geleistet. Seit 1979 habe Werner Klante als Vorsitzender "viel Herzblut" hineingelegt. Der Bürgermeister erinnerte an die vielen Funktionen, die der Stadtverband für die Vereine übernimmt, die vielen Gerätschaften, der er verleiht, die Einnahmen aus dem Veranstaltungskalender, die Koordination von Terminen. Am Schluss blieb Nickls Appell, den Bestand des Stadtverbandes zu sichern. "Das muss nicht in der jetzigen Form sein." Der Bürgermeister machte aber auch deutlich, dass die Kommune keine weiteren Aufgaben übernimmt. "Die Stadt tut schon sehr viel für die Vereine, mehr können wir nicht meistern." Geräteverleih durch die Stadt werde es nicht geben.

Werner Klante erinnerte, dass er im vergangenen Jahr nochmals für drei Jahre gewählt wurde. Die Gesundheit zwinge ihn nun, kürzer zu treten. Besonderes Augenmerk lenkte Klante auf den Veranstaltungskalender, den es seit 33 Jahren gebe. Es sei schwer vorstellbar, dass Geräteverleih und Veranstaltungskalender organisatorisch getrennt würden. Er brachte einen bezahlten Geschäftsführer ins Spiel. Diese Idee stieß bei den Vereinsvertretern - von 68 Vereinen waren knapp 30 dabei - auf prinzipielles Wohlwollen.

Nickl erinnerte, dass dies erst der zweite Schritt sein könne: "Erst brauchen wir einen Vorstand." Der Vorsitz ist so gut wie vakant, einen Stellvertreter gibt es seit vergangenem Jahr nicht mehr, auch der Kassier fehlt. Der Terminkoordinator hat ebenfalls seinen Rückzug angekündigt. Nur der Schriftführerposten ist besetzt.

Daran änderte die folgende Diskussion nichts. Eher ging es darum, wie Geräteverleih und Kalender ohne Stadtverband organisiert werden könnten. Auch ein Rotationsmodell für die Vorstand war Thema. Bis September bleibt nun Zeit. Gibt es bis dahin keine Lösung, hat die nächste Versammlung nur ein Thema, so Klante und Nickl übereinstimmend: die Auflösung des Stadtverbandes.
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