Ungebremste Nachfrage
Alfred Koch stellt Stadtrat Entwurf für Baugebiet "An der Vrückengasse" vor

Politik
Kemnath
16.12.2015
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In Kemnath lebt es sich gut. Das hat sich herumgesprochen, das Interesse an Bauplätzen ist laut Bürgermeister Werner Nickl groß. Darauf reagiert die Stadt mit der Erweiterung des Baugebiets "An der Brückengasse".

Damit soll - neben dem Baugebiet Eisersdorfer Au - die anhaltende Nachfrage gestillt werden. Erste Interessenten haben sich bereits gemeldet, berichtete Werner Nickl dem Stadtrat. Dem Gremium lag der Bebauungsplanentwurf von Architekt Alfred Koch von der Ingenieurgesellschaft Koch mbH vor.

Er hat 16 Parzellen mit Flächen zwischen 800 und 1100 Quadratmetern vorgesehen. Die Häuser haben eine Süd/Süd-Ost-Ausrichtung, eine Firstrichtung ist nicht vorgegeben. Das Regenrückhaltebecken soll relativ flach gehalten werden, was eine Einzäunung erübrigt. Wie Koch ausführte, werde das Becken so konstruiert, dass es sich nach 48 Stunden selbst leere, wenn kein Regen mehr fällt. "So wollen wir Mücken und so weiter vermeiden."

Klärungbedarf gab es wegen eines höhergelegenen Wohnhauses auf einem angrenzenden Grundstück. Aufgrund von Kochs Vorgaben - es sind E+D- sowie Toskana-Häuser zulässig - , wird dieses jedoch nicht mehr aus der Silhouette herausstechen, wenn die künftigen Bauherrn die zulässige Gebäudehöhe ausschöpfen. Ebenso dürften sie ihre Grundstücke bis zu einer Höhe von 50 Zentimeter über Straßenniveau befüllen, was allerdings genehmigungspflichtig ist.

Josef Krauß (CSU) warf ein, dass hinten liegende Grundstücke nicht so attraktiv sein könnten wie vorneliegende. Der Bauausschuss solle im Detail abklären, wie ein Ausgleich geschaffen werden kann. Elmar Bayer (CSU) merkte an, dass durch den großen Abstand zum Schirnitzbach wertvoller Baugrund verloren gehen könnte: "Das sind fünf bis sechs Bauplätze." Nickl erwiderte, dass hierbei der vorgeschriebene Abstand zu der in der Nähe betriebenen Pferdehaltung beachtet werden müsse. Er stellte aber fest, dass dieser Punkt noch einer Verhandlung bedarf. Ely Eibisch (Freie Wähler) schlug vor, das Regenwasserrückhaltebecken als Wiese zu gestalten, um so beispielsweise Kindern Platz zum Spielen zu geben.

Auch um die behindertengerechte Auslegung des Baugebiets machten sich die Stadträte Gedanken. Koch versicherte, dass es keine Bordsteine geben werde, sondern nur eine optische Abtrennung zur Straße. Schließlich nahmen die Fraktionen die Vorentwurfsplanung einstimmig an, Details sollen im Februar nächsten Jahres verhandelt werden.

Eisweiher zugeklebtSehr verdrossen zeigten sich die Räte wegen der erneuten Sachbeschädigungen und Schriftzüge rund um den Eisweiher, die Rita Ponnath (CSU) zur Sprache brachte. "Dieses unsägliche Bekleben mit Aufklebern ist ein wirkliches Ärgernis. Man sollte da mal einen erwischen, aber das ist natürlich sehr schwer", gab Bürgermeister Werner Nickl zu bedenken.

Ponnath rief zu Wachsamkeit auf, denn dies sei kein Kavaliersdelikt. Die wilde Plakatiererei hingegen habe sich seit dem entsprechenden Verbot erheblich gebessert.

Nickl sprach in seinen Informationen das Dietl-Anwesen , das derzeit dem Erdboden gleichgemacht wird, an. "Nach langem Ringen bin ich der Meinung, dass wir die beste Lösung gefunden haben." Guterhaltene Steine sollen auf der Baustelle gelassen und für die Wiedererrichtung der Stadtmauer verwendet werden.

Der Kroatienhilfe sagt die Stadt heuer wieder 500 Euro zu. (sib)
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