Vereint zum schöneren Dorf
Bürgergespräch der Freien Wähler über möglichen Einstieg in die Dorferneuerung

Um überhaupt in den Genuss einer Dorferneuerung zu kommen, müssten die Kaibitzer geschlossen hinter der Maßnahme stehen. Bei der von Stadtrat Ely Eibisch (rechts) geleiteten Bürgerrunde kamen auch schon die ersten Vorschläge, was im Ort verbessert werden sollte. Bild: ak
Politik
Kemnath
22.01.2016
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Nur miteinander geht's. Zu dieser Einsicht kamen die Kaibitzer beim Bürgergespräch der Freien Wähler zum Einstieg in die Dorfsanierung. Doch mancher Stein muss dazu noch aus dem Weg geräumt werden.

Kaibitz. Staat und EU stellten über das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) viel Geld für ländliche Gebiete zur Förderung der Dorfgemeinschaft zur Verfügung. "Dies reicht von der Einzelförderung für Landwirte bis hin zu Zuschüssen für Kommunen für die Dorferneuerung (DE). Aber ohne Einigkeit der Bürger vor Ort geht nichts", stellte Ely Eibisch eingangs in der Schlossschänke fest. Derzeit liefen sehr viele Verfahren in der Oberpfalz. Deshalb setze das ALE nur solche Dorferneuerungsverfahren fort, bei denen keine Widerstände aus der Bevölkerung zu erwarten seien. 2015 flossen 4,5 Millionen Euro an EU-Förderung in die Oberpfalz. Die Stadt Kemnath habe bislang noch keine Mittel erhalten, berichtete der Stadtrat.

Einwohnerzahl halbiert


"Wenn wir Kaibitz zukunftsfähig machen wollen, müssen wir unseren Ortskern sanieren und attraktiver machen. Dazu gehören auch zwei verfallende Wohnhäuser in der Ortsmitte", berichtete Eibisch. Die Einwohnerzahl habe in den vergangenen 20 Jahren von 127 auf jetzt rund 50 Bürger abgenommen. Dieser Entwicklung müsse durch Eintritt in das Dorfsanierungsprogramm entgegengewirkt werden.

Der Redner erläuterte kurz die Unterschiede zwischen einer einfachen und einer umfassenden Dorferneuerung, wobei letztere für Bürger und Kommune finanziell lukrativer sei. So gebe es für entsprechende Maßnahmen für Beratung und Planung rund 50, für Infrastruktur-, ökologische, soziale und kulturelle Projekte 46 Prozent Zuschuss. Eine Sonderförderung von 15 Prozent sowie 10 bis 30 Prozent für private Maßnahmen seien möglich. Mittel gebe es für dorf- und bedarfsgerechte Verbesserungen der Verkehrsverhältnisse, Freiflächen und -plätze einschließlich ihrer Ausstattung. Dazu zähle auch der Übergangsbereich zwischen öffentlichen und privaten Flächen.

Grundlage für den Einstieg ist laut Eibisch eine Bewerbung der Kommune mit den definierten Zielen. "Das neue Programm ist ein Investitionsimpuls für den ländlichen Raum. Es löst vielfache Investitionen Privater aus und versorgt den regionalen Mittelstand mit Aufträgen und Arbeitsplätzen", verdeutlichte Eibisch.

In der Diskussion stellten die Bürger einen Katalog der notwendigen und möglichen Maßnahmen zusammen. Dazu gehört die Dorfplatzgestaltung mit Beseitigung des Missstandes am Schwarz-Anwesen und am Backsteinhaus. Grundstückszuschnitte zur besseren Erreichbarkeit müssten verbessert, eine zeitgemäße Dorfbeleuchtung und eine Wegumführung des Schlossparkes geplant werden. Dazu gehört die Gestaltung des Parkplatzes an der Ortszufahrt mit neuem Bushäuschen, Verbesserung der Sichtverhältnisse an der Ausfahrt zur Kreisstraße TIR 30 sowie Erneuerung der Hauptwasserleitung.

Umsetzung ab 2018


"Zunächst müssen wir Einigkeit im Dorf herstellen. Der nächste Schritt wäre eine Bürgerbeteiligung mit Bildung einer Trägergruppe", erläuterte Eibisch. Eine Stärke-Schwäche-Analyse lege dann die Handlungsfelder fest, beschreibe die Entwicklungsziele, grenze vorrangige Projekte ein und skizziere - unterstützt von einem qualifizierten Planer - die nächsten Schritte. Denkbar wäre 2016 die Antragstellung durch die Stadt mit Vorbereitung des Dorferneuerungsplans, 2017/2018 Einleitung, Objektplanung und Genehmigung sowie ab 2018 die Umsetzung.
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