4000 Besucher bei Ausbildungsmesse in Kemnath
Berufe zum Anfassen

Besonders Azubis waren bei den Jugendlichen gefragte Gesprächspartner für eine praxisnahe Beratung, wie hier am Stand der Eschenbacher Firma Rogers (früher Curamik). Bilder: jzk (2)
Vermischtes
Kemnath
09.10.2016
427
0
 
Stark vertreten war auch das Handwerk. Wer sich für den Bäckerberuf interessierte, konnte schon mal das Formen einer Breze üben.

Hochzufrieden waren die Organisatoren mit der neunten Ausbildungsmesse in Kemnath. Über 4000 Besucher aus der Region und den benachbarten Landkreisen strömten am Samstag zwischen 9 und 14 Uhr in dien Klassen- und Fachräume der Realschule sowie der Grund- und Mittelschule.

Das Team von Wirtschaftsförderung und Bildungsmanagement des Landkreises Tirschenreuth um Regionalmanager Manfred Dietrich und Projektleiter Hilmar Fütterer hatte alles bestens organisiert. 73 Aussteller - 12 mehr als im Vorjahr - aus den Bereichen Handwerk, Handel, Industrie, Dienstleistung, Berufsfachschulen und Weiterbildung hatten teilweise recht aufwendige Informationsstände aufgebaut. Viele betonten den Eventcharakter und präsentierten aktuelle Berufsbilder.

Nicht nur Ausbilder und Personalverantwortliche, sondern auch Auszubildende bemühten sich, den Jugendlichen und ihren Eltern ein praxisnahes Bild ihres Betriebes zu vermitteln. An manchen Stationen ergänzten praktische Vorführungen die theoretischen Erklärungen. "Berufe zum Anfassen", war das Motto. Auf den Ausstellungstischen sahen die Besucher eindrucksvolle Beispiele aus der Produktpalette des jeweiligen Betriebes. Im Mittelpunkt stand erneut der Austausch zwischen Besuchern und Ausstellern. Die Schulabgänger konnten sich fachmännisch beraten lassen und die Berufsvielfalt aus erster Hand kennenlernen.

Die Aussteller zogen ein sehr positives Fazit: "Viele Jugendliche waren gut vorbereitet, sehr interessiert und stellen gezielte Fragen." Mehrere seien bereits für ein Schnupperpraktikum gewonnen worden. Aber auch für die anderen Mädchen und Jungs habe sich der Messebesuch gelohnt, seien die Beratungen doch sehr informativ gewesen.

Auch im Namen von Realschuldirektor German Helgert hatte Rektorin Christine Wiesend die Besucher im Mehrzweckraum der Grundschule begrüßt. "Aus der bisherigen Ausbildungsmesse ist heuer eine Bildungsmesse geworden", betonte sie: Parallel zum Messebetrieb wurden erstmals für Schüler, Eltern, Unternehmer und Personalverantwortliche sechs Impulsreferate zu verschiedenen Themenbereichen angeboten.

Traum und Realität


"Die Messe soll dazu beitragen, dass die Unternehmer und Dienstleister geeignete Bewerber und die Jugendlichen den idealen Arbeitsplatz finden", erklärte Wiesend. Das sei trotz des Überangebots an Lehrstellen leider nicht immer der Fall. Die hohe Zahl an vorzeitig aufgelösten Ausbildungsverträgen zeige, dass der reibungslose Übergang von der Schule zum Berufsleben nicht immer gelinge. Die Vorstellungen vom Traumberuf stimmten nicht immer mit der Realität überein.

Bei dieser Messe könnten die Jugendlichen attraktive Alternativangebote entdecken. "Durch Maßnahmen der Berufsorientierung und im Praktikum unterstützt die Schule die Jugendlichen auf der Suche nach dem geeigneten beruflichen Weg", merkte Wiesend an.

"Unsere Ausbildungsmesse wird heute zum Erlebnis", freute sich Landrat Wolfgang Lippert. Wichtig sei, dass möglichst viele Berufseinsteiger später in der Region bleiben. "Wir sind froh, dass wir diese Ausbildungsmesse in Kemnath haben", betonte zweiter Bürgermeister Hermann Schraml. Als Vertreter des Arbeitskreises Schule-Wirtschaft lobte Schulamtsdirektor Rudi Kunz die innovative Kraft von Organisatoren und Anbietern. Es lohne sich, in dieser Region zu leben und zu arbeiten. Das betonte auch Landtagsabgeordneter Tobias Reiß, als er von einer "Region mit Zukunft" sprach.

Mit einem eigenen Infostand leistete die Messe auch einen Beitrag zur Inklusion in Bildung, Arbeit und Freizeit. Ebenso fanden Asylbewerber und Flüchtlinge sowie ihre Betreuer kompetente Ansprechpartner.

Die Orientierung der Besucher in den beiden Schulgebäuden klappte einwandfrei. Für die Verpflegung sorgten bestens die Schülermitverwaltungen der Real- und Mittelschule (Bericht folgt).

ImpulsreferateZum Themenbereich "Inklusion am Arbeitsplatz" sprachen Verena Ninding ("Übergänge Schule - Beruf") und Martin Schmid ("Berufliche Sicherung und Vermittlung"). Dem Schwerpunkt "Duales Studium/Weiterbildung" widmeten sich Alexandra Falge ("Verbundstudium und Studium mit vertiefter Praxis") und Zukunftscoach Andreas Büttner ("Duales Studium Oberpfalz Dual"). Das Berufsschulzentrum Wiesau stellte Norbert Scharnagl vor, die Studienmöglichkeiten an der OTH Amberg-Weiden Alexandra Falge. (jzk)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.