44 Brandschützer aus dem Landkreis trainieren am Simulator „Sondersignal-Fahrten“
Ankommen statt umkommen

Seit 2013 ist der Sondersignal-Fahrt-Trainer bayernweit im Einsatz. Im Landkreis stand er zum ersten Mal in Kemnath. An ihm übten 44 Brandschützer das Fahren eines Einsatzfahrzeugs in einem Notfall. Bild: hfz
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Kemnath
26.04.2016
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Fahrer von Einsatzfahrzeugen haben ein erhöhtes Unfallrisiko. Das Zusammenspiel von der jeweiligen Tageszeit, der Wetterlage sowie unterschiedlich reagierenden Verkehrsteilnehmern auf Einsatzfahrten, bei denen Menschenleben und Sachwerte in Gefahr sind und so jede Sekunde zählt, kann so manchem zum Verhängnis werden.

Um das Risiko von Unfällen bei Fahrten mit Einsatzfahrzeugen flächendeckend zu minimieren, hat die Versicherungskammer Bayern mit dem Staatsministerium des Inneren und dem Landesfeuerwehrverband einen "Sondersignal-Fahrt-Trainer" entwickelt. Dieser ist seit 2013 im Freistaat im Einsatz.

In den vergangenen Tagen nahem rund 44 Maschinisten und Feuerwehrdienstleistende aus dem mittleren und westlichen Landkreis Tirschenreuth an einem Lehrgang für "Richtiges Verhalten bei Einsatzfahrten" im Gerätehaus in Kemnath teil. Neben einer theoretischen Schulung über Unfallschwerpunkte im Straßenverkehr in Städten sowie auf dem Land kamen auch die rechtlichen Grundlagen über die Straßenverkehrsordnung (Sonderrechte, Blaulicht und Einsatzhorn) unter die Lupe. In diesen Verkehrsordnungen sind das Verhalten sowie die Rechte und Pflichten mit dem Fahren von Einsatzfahrzeugen in Verbindung mit dem Sondersignal geregelt.

Nicht immer machen Verkehrsteilnehmer einem Fahrzeug mit Blaulicht und Einsatzhorn Platz. Viele nehmen es zwar wahr, reagieren jedoch meist völlig falsch und bringen so die Einsatzkräfte in Gefahr.

"Ihr als Maschinisten und Fahrer der Einsatzfahrzeuge habt das rund 17-fache Risiko in einen Unfall verwickelt zu sein. Schuld sind der große Informationsfluss und der riesige Stressfaktor auf Einsatzfahrten, bei denen jede Sekunde zählt", betonte Rainer Greif von der Firma IFE Systems GmbH. Durch gezieltes Training könnten sie jedoch einen klaren Kopf behalten.

Um solche Situationen richtig abschätzen zu können, kommt der simulationsgesteuerte Sondersignal-Fahrt-Trainer ins Spiel. Hier konnten die Einsatzfahrer praxisnah verschiedenste Alarmfahrten durchspielen. Als weitere Stressfaktoren werden Funkgeräusche, das Alarmhorn sowie mögliches Fehlverhalten von Fußgängern und Autofahrern eingespielt.

Von den Teilnehmern erhielten die Feuerwehrführung als Ausrichter sowie Trainer Greif nur ein positives Feedback. Seit Bestehen dieses Projektes war dies der erste Lehrgang mit dem Sondersignal-Fahrt-Trainer im Landkreis Tirschenreuth. In den nächsten Tagen wird dieser dann nochmal im Gerätehaus in Mitterteich stationiert sein.
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