700 Besucher bei LTO-Stück "Der Revisor"
Bestechlich, korrupt und lustig

Im Glauben, dass es sich bei Iwan Alexandrowitsch Chlestakow (Florian Wein, Zweiter von links) um den Revisor handelt, arbeiten die Honorationen um den Bürgermeister (Gerhard Wölfel, Mitte) mit allen Tricks, um ihre Machenschaften zu vertuschen. Bilder: hl (2)
Vermischtes
Kemnath
26.07.2016
83
0

Waldeck. Der Revisor zeigte auf dem Schlossberg den Honoratioren die Grenzen auf. Und das gleichnamige Stück des Landestheaters Oberpfalz (LTO), was die Waldecker und ihre Gäste mit der Pause im vergangenen Jahr vermisst haben.

Jeweils rund 350 Besucher zählten die beiden Vorstellungen in der Burgruine. Sie brauchten ihr Kommen nicht zu bereuen. Zum einem stand dort ein glänzend aufgelegtes Ensemble auf der Bühne, zum anderen sorgten die lauen Sommerabende für ein besonders Ambiente.

Mit dem "Revisor" schrieb Nikolai Gogol 1835 eine Groteske über eine korrupte Gesellschaft. Auch die Politiker und Amtsträger eines russischen Provinzstädtchens stecken öffentliche Gelder in die eigene Tasche, sind bestechlich und vernachlässigen ihre Dienstpflichten.

Als sich ein Revisor ankündigt, und dieser vermeintlich in Gestalt von Iwan Alexandrowitsch Chlestakow (dargestellt von Florian Wein) im örtlichen Gasthof absteigt, bricht bei ihnen Panik aus. Dass es sich bei dem jungen Mann nur um einen Glücksspieler und Taugenichts handelt, der sie Situation zu seinen Gunsten ausnutzt, fliegt erst auf, als der echte Revisor kommt. So bleibt dem Hochstapler und seinem Diener Osip (Bernhard Neumann) nur noch die Flucht.

Weitere Darsteller waren Gerhard Wölfel (Bürgermeister), Waltraud Janner-Stahl (dessen Frau), Anna Kunz (Tochter), Waltraut Janner-Stahl (Schuldirektorin), Hans-Jürgen Gmeiner (Richter), Daniel Retzer (Hospitalverwalter), Bernhard Neumann (Postmeister), Roland Fritsch, Christian Höllerer (jeweils Gutsbesitzer) sowie Juliane Lang (Polizistin und Kellnerin). Regie führte Till Rickelt.

Hinter der Bühne wirkten zudem Eva Schwab (Kostüme), Anna Kunz (Regieassistenz), Linde Hammer (Maske), Ralf Grimaldi (Technik), Juliane Ludwig und Anna Kunz (Requisite), Marco Bäumler und Christian Hofmann (Schreinerei) sowie Julia Ludwig (Malerarbeiten).

Vor der Vorstellung begrüßten die Vorsitzenden des Heimat- und Kulturvereins (HuK), Georg Wagner und Leonhard Zintl, die Ehrengäste. Wagner dankte der Stadt Kemnath für die Unterstützung und sowie allen Helfern, die die Tage zuvor nur noch auf dem Schlossberg gearbeitet hätten. Zintl sprach dem LTO Respekt und Anerkennung für das Engagement auf der Burgruine aus. Dies belebe die früheren Verbindungen zwischen Waldeck und Leuchtenberg neu. Bürgermeister Werner Nickl würdigte ebenfalls den HuK und den Markt Waldeck. Es werde alle Jahre auf dem Schlossberg nicht nur viel gearbeitet, sondern auch ein Objekt für das ganze Kemnather Land geschaffen, das auch sehr viele Besucher aus der ganzen nördlichen Oberpfalz und aus Oberfranken anlocke. Er freue sich jedes Mal auf das Theater auf dem Schlossberg. Allein das historische Ambiente und der herrliche Ausblick über das gesamte Kemnather Land lohnten den Besuch.

Laut LTO-Geschäftsführer Wolfgang Meidenbauer ist es für alle Beteiligten etwas besonderes, hier spielen zu dürfen. Man sehe sich als heimatverbundenes Ensemble, "denn wo das LTO spielt, da ist auch die Oberpfalz".
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.