Ammoniak-Unfall bei Ponnath ohne juristische Folgen
Anklage verflüchtigt sich

Vermischtes
Kemnath
13.11.2016
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Der Ammoniak-Unfall in der Firma Ponnath - Die Meistermetzger am 5. April bleibt höchstwahrscheinlich ohne juristische Folgen. Das ließ Leitender Oberstaatsanwalt Gerd Schäfer auf Nachfrage durchblicken. Die Überprüfung des Vorfalls durch die Staatsanwaltschaft Weiden sei zwar noch nicht vollständig abgeschlossen, es werde "aber wohl zu keiner strafrechtlichen Verfolgung kommen", erklärte Schäfer.

Damals kam es beim Hochfahren eines neuen Blockheizkraftwerkes durch Mitarbeiter der Installationsfirma zu einer Überhitzung. In deren Folge öffnete sich ein Überdruckventil der mit Ammoniak betriebenen Kühlanlage, so dass für einige Minuten das Gas aus dem Technikgebäude im hinteren Bereich des Firmengeländes ins Freie entweichen konnte. Allerdings trug der Wind das Ammoniak in Richtung eines angrenzenden Baumarktes. Gut ein Dutzend Personen klagte über Atemwegsbeschwerden, ein Teil musste sich vorübergehend in Krankenhäusern behandeln lassen.

Nach den derzeiten Ermittlungen steht laut dem Leitenden Oberstaatsanwalt fest, dass ein Bedienungsfehler beim Probelauf den Vorfall ausgelöst hat. Die vorgesehene Kühlung habe deshalb nicht mehr funktioniert, allerdings hätten die nachgeschalteten Sicherungsmaßnahmen gegriffen. Dass es nach dem Gasaustritt noch zu Leichtverletzten kam, "war so nicht unbedingt vorhersehbar". Schäfer sprach von einer damals "äußerst ungünstigen Wetterlage", denn wenn das Ammoniak "ganz normal nach oben ausgeblasen worden wäre, wäre es zu keinerlei Gefährdung gekommen". Trotz der Fehleinstellung "hätte eigentlich gar nicht passieren dürfen", gibt er auch eine Einschätzung des TÜV-Gutachters wider.

Dieser Umstand und die Tatsache, dass es keine "bedeutsamen Verletzungen" gegeben hat, lässt laut Schäfer nach aktuellem Kenntnisstand für die Staatsanwaltschaft nur einen Schluss zu: Es wird nicht weiter ermittelt, "wer konkret den Fehler gemacht hat".
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