Andrea Luigi Statile lebt seit 32 Jahren in Deutschland
Meer und Olivenbäume fehlen

In der Pizzeria "Da Gino" kocht der Chef selbst. Vor 16 Jahren hat Andrea Luigi Statile in Kemnath eine neue Heimat gefunden. Bild: jzk
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Kemnath
16.02.2016
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Seit über 32 Jahren ist Andrea Luigi Statile in Deutschland. Die meisten Kemnather rufen ihn Gino. Seit 16 Jahren führt er nämlich mit seiner Frau Anna Maria die Pizzeria "Da Gino". In der Stadt Fuß zu fassen, "war für mich überhaupt kein Problem", versichert der Italiener.

Zur Welt kam Statile vor 50 Jahren in Süditalien in der Stadt Bernalda (Provinz Matera). Dort wuchs er mit neun Geschwistern auf. Nach dem Schulbesuch wurde er Landarbeiter. Mit siebzehneinhalb Jahren kam er zum ersten Mal nach Deutschland. In Ulm blieb er vier Monate. Mit achtzehneinhalb Jahren siedelte er endgültig nach Deutschland über. Zuerst arbeitete er in Kulmbach in einer Pizzeria. Und schließlich eröffnete dort selbst ein italienisches Restaurant, das sein Bruder Claudio übernahm.

Warum sind Sie aus Italien weggezogen?

Statile: Nach Deutschland kam ich der Liebe wegen.

Wie sind Sie in Kemnath gelandet?

Statile: Als ich in Kemnath mit meiner Frau einen Spaziergang machte, gefiel uns diese Stadt so gut, dass ich mich entschloss, das "Bistro Michelangelo" an der Stadtmauer zu übernehmen. Diesen Schritt habe ich nie bereut. Kemnath ist eine schöne und ruhige Stadt. Inzwischen habe ich hier ein Haus gekauft und ein neues gebaut. Gerade zieht die Familie um. Auch den beiden Kindern Andreas und Letizia gefällt es in Kemnath sehr gut.

Was ist typisch für die Region?

Statile: Die Menschen sind freundlich und herzlich. Die Landschaft ist schön. Und bestimmte Wörter und Ausdrücke finde ich super, zum Beispiel: "Wou gibt's heit a Freibier?"

Was vermissen Sie in Kemnath?

Statile: Natürlich das blaue Meer und bestimmte Lebensmittel wie die kleinen roten Tomaten oder die italienische Salsiccia (Salami), die Südfrüchte, die Olivenbäume, Süßigkeiten wie Pasticcini und den Wein, vor allem meine Lieblingsmarke, den Trebiano. Im Sommer, wenn das Heimweh zunimmt, mache ich die Pizzeria drei Wochen zu. Dann fahren wir in meine italienische Heimat und ich freue mich auf ein Wiedersehen mit meiner Mutter und meinen Geschwistern.

Welche Tipps haben Sie für Menschen, die sich hier integrieren wollen?

Statile: Sie sollten sich der Mentalität der Deutschen anpassen, sich wie Deutsche benehmen und die deutsche Kultur achten. Auch sollten sie auf ihre deutschen Mitbürger zugehen und versuchen, sich gut mit ihnen zu verstehen. Als ich nach Deutschland kam, bin ich von den Deutschen gut behandelt worden. Ich hatte keine Schwierigkeiten, mich hier einzugewöhnen und wohlzufühlen. Zu einer gelungenen Integration gehören eben immer beide Seiten.
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