Angeordneter informiert sich über Integration von Flüchtlingen
Zu wenig Hilfe von „oben“

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Kemnath
29.07.2016
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Gelingt vor Ort die Integration von Flüchtlingen? Die Antwort darauf wollte Landtagsabgeordneter Jürgen Mistol (Bündnis90/Die Grünen) von den Betroffenen selbst hören.

Dazu informierte er sich im Familienzentrum Mittendrin über Ansätze in der Region Kemnath. "Mir liegt diese Thematik sehr am Herzen", bekannte er bei seinem Besuch, dem ein Aufenthalt im Staatlichen Beruflichen Schulzentrum in Wiesau vorangegangen war. "Jetzt geht es nicht mehr so sehr um die Unterbringung der Flüchtlinge, sondern um ihre Integration in die Gesellschaft." Vor allem müsse man sich vermehrt um die vielen Kinder, Jugendlichen und um die Familien kümmern.

Bei einem Rundgang zeigte ihm Leiterin Jessika Wöhrl-Neuber die Räume des Familienzentrums. Anhand eines Monatsplans informierte sie Mistol und seine Mitarbeiterin Simone Maaß über die vielfältigen Angebote an Kursen, Vorträgen und Workshops. "Dieses Kommunikationszentrum hat sich auch bei der Betreuung der Flüchtlinge in Kemnath, Zwergau und Hahneneggaten bewährt", betonte Wöhrl-Neuber. Jeden Montagnachmittag träfen sich hier Asylbewerber und ehrenamtliche Helfer, um weitere Hilfen zu besprechen. Zur Integration in die Gesellschaft werden aber weitere Helfer dringend gesucht.

"Die Strukturen müssen weiter ausgebaut werden", forderte Mistol. Hier seien alle Ebenen gefordert, vor allem die Kommunen und der Landkreis. Gabi Zaus berichtete über die fünf Deutschkurse, die Dr. Josef Heindl, Günter Deiml, Margarete Friedrich, Christa Vogel und Ina Memmel abgehalten haben. "Nach einer Bestandaufnahme erfolgt am 29. September eine neue Einteilung."

"Unsere Arbeit mit den Flüchtlingen muss weitergehen", forderte Heidrun Schelzke-Deubzer. Jetzt auch bei den Asylbewerbern, die bereits anerkannt und auf sich gestellt seien. Die dritte Bürgermeisterin wünschte sich zudem eine mehr Unterstützung von "oben". Vor allem die dezentrale Unterbringung in Zwergau und Hahneneggatten bringe viele Probleme mit sich. Obwohl ehrenamtliche Helfer Fahrdienste leisteten, bleibe fehlende Mobilität ein großes Problem. Kinderschutzbund-Vorsitzende Jutta Deiml, Margarete Friedrich, Angela Reindl und Gabi Zaus berichteten dem Abgeordneten von ihren Schwierigkeiten bei der Flüchtlingsbetreuung. "Wer soll das bezahlen?", sei eine oft gestellte Frage wegen fehlender Zuständigkeiten bei Fragen der Finanzierung.

Um die Integration noch besser voranzubringen, forderten die Diskussionsteilnehmer Koordinatoren auf Landkreisebene. "Vor allem ein Bildungskoordinator wäre dringend notwendig." Dieser solle sich vor Ort um Schwierigkeiten bei der Integration kümmern und mit den Helfern Lösungen ausarbeiten.
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