Anni Lautenbacher liest beim Seniorenclub
Lustiger Alltag

"Lachtherapeutin" Anni Lautenbacher brachte mit ihren humorvollen Mundartgedichten die Senioren im Pfarrheim zum Schmunzeln. Bild: jzk
Vermischtes
Kemnath
17.09.2016
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Lauter Witz oder gar plumper Klamauk sind ihr fremd. Aber auch hochdeutsch reden oder gar schreiben "ist nicht so mein Ding", gibt Anni Lautenbacher freimütig beim Seniorentreff im Pfarrheim zu. Die bekannte Humoristin aus Wunschenberg verstand es meisterhaft, ihre Zuhörer zum Lachen zu bringen.

Lauenbacher schätzt den leisen, subtilen Humor, wie er sich unverhofft oft in normalen Alltagssituationen zeigt. In ihren "Gschicht'n fast wia im richtig'n Leb'n" fasste sie die komischen Momente gekonnt in Reime."Die Geschichten, die euch erzähle, sind von mir, aber nicht über mich", stellte sie gleich zu Beginn klar. "Ob mit oder ohne Grund - Lachen ist immer gesund", war ihre Devise, mit der sie ihre ganz besondere Lachtherapie für die Kemnather Senioren eine Stunde lang praktizierte.

"Hauptsache g'sund" lautete der Kehrvers in ihrem Geburtstagsgedicht. "Hilfe, ich bin ein Fernsehzuschauer, holt mich hier raus", meinte sie genervt, als sie die vielen schlechten Fernsehprogramme auf die Schippe nahm. Die Pillensucht ("Tabletten für's ewige Leb'n wird's a bald geb'n") fasste sie ebenso gut in mundartliche Reime wie die Erinnerungen an die längst vergangene Schulzeit bei einem Klassentreffen oder die scheinbare Überlegenheit der Männerwelt ("In meim nächsten Leb'n wer i a Mo").

Manchmal schlug Anni Lautenbacher aber auch nachdenkliche Töne an. Dass man beispielsweise im Leben ununterbrochen Entscheidungen treffen müsse, sei oft gar nicht zum Lachen. Die unstillbare Sehnsucht nach der Kinder- und Jugendzeit, in der alles zwar viel einfacher, aber auch viel besser gewesen war, klang in ihrem Gedicht "Wöi die Zeit vergöit" an. Damit der neue Vikar Pater Dr. Joseph Meenpuzhackal auch in das Lachen mit einstimmen konnte, übersetzte sie für ihn einige Passagen ins Hochdeutsche.

Gemeindereferent Jochen Glößl dankte der "Anni aus Wunschenberg", die es in ihrer bescheidenen Art verstanden hatte, mit ihren kurzen Alltagsgeschichten den Senioren eine vergnügliche Stunde zu bereiten, in der sie ihre Alltagssorgen vergessen konnten. Sehr erfreut waren alle, als sich Stadtpfarrer Konrad Amschl nach seiner schweren Erkrankung zum ersten Mal wieder bei einer Veranstaltung zeigte.
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