Auftaktveranstaltung zur Fairen Woche
Regional ist fair

Manfred Zintl (Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten), Ely Eibisch (Kreisobmann des Bauernverbandes), Christina Kunz (Bund Deutscher Milchviehhalter) und Günther Erhardt (Steinwald-Allianz) (sitzend, von links) stellten sich den Fragen der Zuhörer. Alfred Kick (stehend) übernahm die Moderation. Bild: kaz
Vermischtes
Kemnath
21.09.2016
24
0

Wieso ist der Milchpreis aktuell im Keller? Was will die Politik dagegen tun und welche Lösungsansätze sehen Vertreter verschiedener Institutionen aus unserer Region? Auf diese und noch viele weitere Fragen gab es bei der Auftaktveranstaltung zur Fairen Woche Antworten.

(kaz) Eingeladen hatten die Kolpingsfamilie und die der Steuerungsgruppe Fairtrade-Town Kemnath. Im Gesellenhaus wollten sie zeigen, dass fairer Handel nicht nur gerechte Preise in Entwicklungsländern, sondern auch direkt vor unserer Haustüre bedeutet.

Markt ist gesättigt


Die aktuell niedrigen Milchpreise sind hierfür ein sehr gutes Beispiel. Um einen Überblick zum Thema zu bekommen, zeigten die Veranstalter die BR-Dokumentation "Die dunkle Seite der Milch". Darin kamen zwei Landwirte zu Wort, die mit den niedrigen Milchpreisen zu kämpfen haben, nachdem die EU zum 1. April 2015 die bis dahin geltende "Milchquote" abgeschafft hat. Teilnehmer an der anschließenden Diskussionsrunde waren Manfred Zintl (Amt für Landwirtschaft und Forsten), Ely Eibisch (Bauernverband), Christina Kunz (Bund Deutscher Milchviehhalter) und Günther Erhardt (Steinwald-Allianz). Schon nach der ersten Frage aus den Reihen der Besucher war klar, dass es sich um ein schwieriges Thema handelt. So wollte ein Zuhörer wissen, wie bei einem europaweitem Überschuss von vier bis fünf Prozent ein solcher Preisverfall zustande kommen kann. Der Markt sei gesättigt, dadurch entstehe ein Überangebot und deshalb fielen die Preise, lautete die Antwort.

Landwirte fordern die Politik auf, dagegen etwas zu tun. Mehrheitlich wird die Reduzierung der Milchmenge. Also im Prinzip wieder eine Milchquote. Doch die EU kann diese Entscheidung nicht einfach wieder rückgängig machen. Stattdessen sollen Bauern "belohnt" werden, die freiwillig weniger produzieren.

Kann das die Lösung sein? Nein, meinte ein Mitglied der Jungbauernschaft: "Was bringt es einem Landwirten aus unserer Region, wenn er weniger macht, aber der nächste Bauer seinen Teil mehr produziert? Die Milchmenge auf dem Markt würde gleich bleiben."

Das Amt für Landwirtschaft und Forsten, der Bauernverband, und der BDM wollen das Bewusstsein für unsere Nahrungsmittel stärken. Möglichkeiten dafür sehen sie etwa in einem "Tag des Bauernhofes", verschiedenen Kampagnen oder mehr regionalen Produkten in den Supermärkten. Aber auch der Verkauf direkt auf den Bauernhöfen soll bekannter gemacht werden. Eine sogenannte "Frischmilchzapfstelle" gibt es auf dem Fütterer-Hof in Sassenhof bei Erbendorf.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.