Auslandsaufenthalt am Ende der Welt
Abenteuer Australien

Katharina Grimm am Kings Canyon. Der Kings Canyon ist Teil und Hauptattraktion des Watarrka-Nationalparks im australischen Northern Territory. Bild: privat
Vermischtes
Kemnath
07.04.2016
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Katharina Grimm arbeitete für Unterkunft und Verpflegung bei Familien. Bild: privat

Einfach so die Sachen packen und los. Raus aus dem Alltag, den Trott hinter sich lassen. Viele nehmen sich das irgendwann vor, die wenigsten schaffen es wirklich. Katharina Grimm hat es gewagt: Sie reiste elf Monate lang am anderen Ende der Welt umher.

"Ich wollte das schon immer mal machen", erzählt die 25-Jährige. Sie studiert, verbringt ein halbes Jahr in Wien und ein halbes Jahr in Budapest, arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Hochschule Coburg. Als ihr Vertrag dort ausläuft, ergreift sie die Chance. "Ich dachte mir: Wann, wenn nicht jetzt?" Also packt sie im Mai letzten Jahres ihren Rucksack und startet Richtung Australien. Ihre Tour beginnt in Melbourne. "Eine Freundin wohnt dort, bei ihr bin ich gestartet."

Spontane Route


Sie verbringt die ersten drei Monate in der Metropole, arbeitet als Kellnerin in einem Café. Einen Reiseplan hat sie sich vorab nicht gemacht. Klar ist nur, dass sie eine Woche bei ihrer Freundin verbringen will. "Alles andere hat sich so ergeben." Sie meldet sich bei einem Portal an, wird dadurch an Familien vermittelt, bei denen sie für kleine Arbeiten Essen und einen Schlafplatz bekommt. "Auf der Website gibt man an, welche Arbeiten man ausführen kann. Ich hab meistens im Haushalt geholfen und im Garten gearbeitet."

Nach Melbourne bereist sie die Westküste, startet viele Roadtrips. "Manchmal war ich für ein paar Wochen an einem Ort, mal war ich jeden Tag wo anders." Bei Trips durch das Outback, das wenig besiedelte Landesinnere, fährt sie mit dem Auto, übernachtet in einem Zelt. "Dort kann man praktisch machen was man will. Man schlägt einfach sein Zelt in der Wildnis auf und campiert ein paar Tage." Kommt da keine Angst auf, so allein im australischen Busch? "Ich habe mich in keiner Sekunde bedroht gefühlt, nur der Ozean hat mir Respekt eingeflößt."

Die Australier seien immer nett und hilfsbereit gewesen. "Sie sind alle ziemlich locker und arbeiten zwar, aber wollen ihr Leben auch genießen." Natürlich gebe es auch regionale Unterschiede. "Aber ich habe mich immer willkommen gefühlt." Vor dem Meer habe sie allerdings Respekt entwickelt: "Die Strömung ist immens, wenn man sich nicht auskennt. Da kann Unwissenheit zum Verhängnis werden."

Grimm reist alleine umher, bis sie sich im November mit einer Holländerin zusammentut. Die jungen Frauen bereisen zwei Monate lang die Ostküste mit dem Auto, trennen sich dann im Melbourne und treffen sich wieder, um vier Wochen lang Tasmanien, eine Insel südlich des australischen Festlands, unsicher zu machen. Die restliche Zeit arbeitet Grimm bei Familien, reist durch das Land und bleibt immer wieder an verschiedenen Orten. Hat sie auch mal Heimweh? "Die ersten drei Monate wars manchmal schlimm." Sie kennt sich noch nicht aus, muss erst Land und Leute kennenlernen. "Ich hatte dann auch schlechte Tage, aber ich hätte nie aufgegeben." Die Zeit in dem fremden Land verändert sie, stärkt ihr Selbstbewusstsein. "Wenn man einen Tiefpunkt überwindet und trotzdem weitermacht, dann entwickelt man sich weiter."

Keine Angst vor Tieren


Die Kemnatherin liebt die Natur in dem Land, bewundert die Landschaft, kann die Dimensionen kaum fassen. "Du fährst stundenlang und es kommt einfach nichts. Nichts! Da stellt sich dann ein unbeschreibliches Freiheitsgefühl ein." Auch vor den Tieren hat sie keine Angst. "Spinnen, Papageien, Schlangen - das alles fasziniert mich. Ich kann nur jedem raten, sich ins Abenteuer zu stürzen."

Die junge Frau hat fest vor, irgendwann wieder mit dem Rucksack loszuziehen und ein Land zu erkunden, obwohl sie erst kürzlich nach Kemnath zurückgekommen ist. Die nächsten Koffer hat sie schon gepackt: Sie besucht Freunde in Budapest. "Ich schiebe nichts mehr auf, dafür ist das Leben zu kurz." Wohin es sie danach zieht, weiß sie dann aber noch nicht.

InformationWer wie Katharina Grimm durch Australien reisen will und bei Familien für kostenloses Wohnen und Essen kleine Arbeiten erledigen möchte, kann sich auf der Homepage des Portals "helpx" informieren.

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Weitere Informationen:

www.helpx.net/
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