Barbara Bartsch gibt Imkern Tipps
Schwärmen vermeiden

Aus allen Richtungen "angeflogen" kamen die Bienenzüchter, um von Barbara Bartsch (vorne, Zweite von links) Näheres über die Vermeidung von Scharmbildung und von Krankheiten in den Völkern zu erfahren. Bild: bkr
Vermischtes
Kemnath
31.03.2016
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Der Fleiß der Bienen ist unbezahlbar. Nicht nur Chemie in Landwirtschaft, Haus und Garten sowie versiegende Nahrungsquellen bedrohen sie. Krankheiten tun ihr Übriges. Der Bienenzuchtverein Kemnath pickte sich deshalb für seinen Stammtisch im Landgasthof Busch zwei Themen heraus.

Kötzersdorf. Der eine Bereich betraf die Schwarmverhinderung, Kunstschwärme und Ablegerbildung. Im zweiten Teil standen Krankheiten im Vordergrund. Beide Themenschwerpunkte und Referentin Barbara Bartsch, staatliche Fachberaterin für Bienenzucht beim Landwirtschaftsamt Bayreuth, weckten das Interesse weit über die Vereinsgrenzen hinaus. Vorsitzender Andreas Schultes freute sich über eine sehr große Zuhörerschaft.

Dem Imker werden im Frühjahr bei der Schwarmzeit Grenzen aufgezeigt. "Schwärmen ist ein wunderschönes Schauspiel", meinte Bartsch. Die natürliche Vermehrung der Völker bedeute aber einen hohen Zeitaufwand und bringe Gefahren mit sich. Sie riet deshalb zur Schwarmlenkung und -verhinderung. Eine Möglichkeit ist, die Bienen mit Bauen zu beschäftigen, damit sie nicht "auf dumme Gedanken kommen". "Wenn alles nichts hilft, muss der Schwarm eingefangen werden oder man lässt ihn flüchten", sagte Bartsch und warnte gleichzeitig: Ein davongeflogener Schwarm werde zur "Milbenschleuder".

Gerade nach diesem milden Winter erwartet sie viele dieser Parasiten. Die Varroamilbe sollte mit Milchsäure behandelt werden. Von Medikamenten und Oxalsäure riet sie ab, da beide Rückstände im Honig hinterließen. Wer noch im Januar Oxalsäure eingesetzt habe, dürfe den Honig im gleichen Jahr nicht mehr verkaufen. Honig sollte auch nicht von mit Milchsäure behandelten Schwärmen geerntet werden.

Um die Völker zu erhalten, Honig zu ernten, das Material zu verjüngen und Reserven für die nächste Saison zu bilden, ist viel Fingerspitzengefühl gefordert. "Bei Rückschlägen sind meist nicht die Anderen schuld, sondern der, der hinter den Kästen steht", betonte die Rednerin. Weil die Insekten keine Haustiere seien, müsse das eigene Handeln der Natur der Bienen angepasst werden.

Skeptisch stand Bartsch einer neuen Züchtung von Bienenköniginnen mit der Erbanlage "Varroa sensitive Hygiene" (VSH) gegenüber. Mit diesen sollen varroatolerante Bienen gezüchtet werden. "Ob das nicht ein Schuss nach hinten wird, wenn in die Gene eingegriffen wird? Der Mensch meint, immer besser als die Natur zu sein." Laut der Referentin gibt es Völker, die es selbst schaffen, die Milben zu verdrängen. Dieses Rätsel allerdings gilt es noch zu entschlüsseln.

Durch die Problematik der amerikanischen Faulbrut führte ein Lehrfilm. Diese Seuche wird besonders durch verwahrloste Völker übertragen. Der betroffene Imker ist dabei gegenüber dem Veterinäramt zu allen Auskünften verpflichtet, die zur Bekämpfung notwendig sind. Umfangreiche Desinfektionsmaßnahmen bis zum Verbrennen der Beuten werden erforderlich. Völker müssen bei starkem Befall abgetötet werden. Selbst das aus den Waben gewonnene Wachs ist zu kennzeichnen. Andere Krankheiten wie Sackbrut, europäische Faulbrut und Kalkbruterkrankungen arbeitete der Film ebenfalls auf.
Ob das nicht ein Schuss nach hinten wird, wenn in die Gene eingegriffen wird? Der Mensch meint, immer besser als die Natur zu sein.Barbara Bartsch
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