Bei Mütterrente weiterkämpfen
VdK-Ortsvorsitzender Dieter Weber fordert Nachbesserungen auch bei der Inklusion und der Unterstützung pflegender Angehöriger

Verbesserungen bei der Versorgung pflegender Angehöriger und der Inklusion sowie der Mütterrente werden laut Ortsvorsitzendem Dieter Weber Schwerpunkte der Arbeit des VdK bleiben. Bild: jzk
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Kemnath
15.12.2015
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Bei der Weihnachtsfeier des VdK im Foyer redete Ortsvorsitzender Dieter Weber Klartext: "Wir leben im Wohlstand, aber auch in unserem Land gibt es viel Armut und soziale Ungleichheit." Trotz Wirtschaftswachstum und sinkender Arbeitslosigkeit sei die Armutsgefährdungsquote mit 14,8 Prozent höher denn je.

(luk) Etwa 1,8 Millionen Menschen sind in Bayern von Armut bedroht. 22 Prozent der Rentner müssen von einem sehr niedrigen Einkommen leben. Bei Frauen ist das Armutsrisiko sogar noch größer. Hier sei es dem VdK gelungen, eine Erhöhung der Mütterrenten (für Kinder, die vor 1992 geboren sind) durchzusetzen. Pro Kind seien das etwa 28 Euro mehr im Monat. "Trotzdem ist der Einsatz des VdK in Sachen Mütterrente noch nicht beendet, denn die Gerechtigkeitslücke ist noch immer nicht geschlossen", betonte Weber. Gefordert werde eine vollständige Gleichstellung aller Mütter in der Rentenversicherung.

Einen Erfolg verbuchte der Sozialverband auch bei der Pflegesituation, freute sich Weber. Künftig werden Menschen mit Demenz erheblich besser gestellt. Unzureichend seien aber noch für pflegende Angehörige die Anerkennung von Pflegezeiten für die Rente und die Höhe des Pflegegeldes. "Der Pflegenotstand und die Überlastung der Pflegekräfte in den Heimen wird auch im neuen Gesetz nicht angepackt", bedauerte der Redner. Daher unterstütze der VdK weiterhin die Pflege-Verfassungsbeschwerde vor dem Verfassungsgericht in Karlsruhe.

Verbesserungen mahnte er zudem bei der Inklusion an. Deshalb starte der VdK mit seinen mehr als 650 000 Mitgliedern im kommenden Jahr die Kampagne "Weg mit den Barrieren." Soziale Gerechtigkeit sei der wichtigste Faktor für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft, schloss Weber. "Was wir heute erreichen, nützt auch künftigen Generationen."

Vor seiner Ansprache erinnerte er beim Totengedenken an die verstorbenen Mitglieder Josef Dötsch, Lotte Hartmann, Udo Heine, Berta Krauß, Raymund Lauber, Max Seitz, Marianne Stock, Michael Weingart, Anni Struzik, Karl Weismeier, Herbert Zachmann, Margot Zeitler und Peter Prechtl. Sein Dank galt Sabine Weber und Maria Schraml, die bei der Herbstsammlung "Helft Wunden heilen" 2191 Euro zusammengebracht hatten.

Zweiter Bürgermeister Hermann Schraml ging auf die dringend notwendige ehrenamtliche Hilfe beim Flüchtlingsproblem und die Umsetzung der Barrierefreiheit in Kemnath ein. Den besinnlichen Teil gestaltete Karl Bäuml mit seinem Akkordeon mit weihnachtlichen Weisen.

Ehrung ohne JubilareNeun Mitglieder standen eigentlich zur Ehrung an. Da sie alle jedoch verhindert waren, wird Dieter Weber ihnen Urkunde und Anstecknadel nachreichen. Die Jubilare sind Manfred Reicholt, Michael Plannerer, Alois Zenker, Monika Rabenstein und Sieglinde Sokol (alle 25 Jahre), Johann Brunner und Georg Doreth (beide 30 Jahre), Resi Schenkl (40 Jahre) und Michael Schinner (50 Jahre). (jzk)
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