Besuch in Kemnath
Auf Uromas Spuren

Vor dem ehemaligen Wohnhaus der Urgroßmutter begrüßte Liane Preininger (Mitte) Judy Herrick Pedevillano, die Urenkelin der Pinzerbäckn Resl und ihren Ehemann Rick Pedevillano. Bild: jzk
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Kemnath
14.09.2016
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Eine Europareise brachte die Amerikanerin Judy Herrick Pedevillano in die Heimat. Wenn die Frau mit Ehemann Rick auch in West Covina in Kalifornien lebt: Ihre Wurzeln liegen in der Oberpfalz, denn sie ist die Nachfahrin einer bekannten Kemnatherin.

Judy Herrick Pedevillanos Urgroßmutter hieß Therese Kraus, in Kemnath ist die Uroma aber als Pinzerbäckn Resl bekannt. Die Familie Kraus war im Jahre 1878 von Kemnath nach Amerika ausgewandert, weil ein Niedergang der Bäckereien wegen der immer größeren Beliebtheit der Kartoffel zu beklagen war. Der Bäckermeister Johann Kraus hoffte in Milwaukee für sich und seine fünf Kinder ein besseres Auskommen zu finden als in Kemnath. Thereses Sohn Aloysius Muench wirkte als Kardinal während und nach des Zweiten Weltkriegs auch in Deutschland.

Die Nachfahren sahen sich in Kemnath zunächst das Stammhaus der Familie an. In dem Haus am Stadtplatz ist heute die Bäckerei Kraus untergebracht. Vroni Kraus informierte Hans Rösch, den Vorsitzenden des HAK. Der benachrichtigte Liane Preininger, die bei den historischen Stadtführungen die Pinzerbäckn Resl (Therese Kraus) darstellt. Preininger brachte für die Urenkelin ihre Sammlung historischer Dokumente und Bücher mit. Auf einem Bild in dem Buch "American Nuncio" erkannte diese ihren Vater, einen Neffen des Kardinal Muench. Liane Preininger zeigte den Gästen eine Präsentation über Kardinal Aloysius Muench, die sie für einen Seniorennachmittag erstellt hatte. Anna Müller-Rösch fungierte als Dolmetscherin.

Judy Herrick Pedevillano war glücklich auf den Straßen zu gehen, auf denen schon ihre Urgroßmutter gegangen war, die Kirche zu besuchen, in der ihre Urgroßmutter getauft wurde und ihr Großonkel Aloysius den Festgottesdienst anlässlich der 700 Jahrfeier Kemnaths zelebriert hatte. Mit Liane Preininger ging sie zum ehemaligen Wohnhaus ihrer Urgroßmutter in der Friedrichstraße und besuchte mit Veronika Kraus das Kraus Grab am Friedhof.

Außerdem genoss sie die Produkte der "Familienbäckerei". Begeistert war sie, dass es in Kemnath die "Kardinal-Muench-Straße" gibt, die nach ihrem Großonkel benannt wurde. Die amerikanischen Gäste erzählten, dass vor 29 Jahren ihre Eltern in Kemnath waren, um die Herkunft ihrer Familie zu erforschen. Sie selbst besitze noch Möbel des Vaters von Kardinal Muench, der Intarsienschreiner war. Mit Judys ältester Schwester hatte ihre Urgroßmutter Therese Kraus mit Begeisterung deutsche Kinderlieder gesungen.
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