Bridge ist nicht einfach nur ein Kartenspiel - Damenrunde hat großen Spaß am Schnupperkurs
Stich um Stich zum Sieg

Ganz vertieft in ihr erstes Spiel sind die Teilnehmer am Bridge-Schnupperkurs im Familienzentrum Mittendrin. Theodora Kupke (stehend) ist stets mit Tipps und Ratschlägen zur Stelle. Bild: ckl
Vermischtes
Kemnath
31.10.2016
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(ckl) Eine Gruppe älterer Damen mit lila schimmernden Haaren sitzt an einem Tisch mit grüner Decke und spielt um ein kleines Vermögen. Ein Gläschen Sherry darf dabei nicht fehlen: Das gängige Klischee einer Bridge-Runde. Bei einem Bridge-Schnupperkurs im Familienzentrum Mittendrin räumte Theodora Kupke vom Bridge-Club Marktredwitz mit Vorurteilen auf und führte die Anfänger ein in die Welt der Trümpfe und Stiche.

Zumindest einige der Klischees werden gleich zu Beginn des Abends doch erfüllt, und das nicht ohne Begeisterung der Teilnehmer. Kupke schenkt zunächst jedem ein Gläschen Sherry ein. Zur Einstimmung. Sie hat sogar zwei Tischdecken mitgebracht, eine davon stammt noch von ihrer Großmutter. Und es ist eine reine Frauenrunde. Bis auf Klaus Kupke vom Bridge-Club und dessen Präsident Dr. Albert Kaltenthaler. Was die meisten Menschen nicht wissen: Bridge ist nicht einfach nur ein Kartenspiel, sondern wie Schach eine Sportart. Und wer Bridge spielt, muss tatsächlich Sportsgeist zeigen. Denn ohne Teamfähigkeit, Konzentration und jahrelanges Training geht gar nichts.

Vor dem ersten Spiel erklärt Kupke deshalb zuerst die Grundregeln. Gespielt wird zu viert, jeweils zwei gegen zwei. Jeder bekommt 13 Karten, die nacheinander in 13 Stichen auf den Tisch gelegt werden. Die höchste Karte - oder der Trumpf - gewinnt. Entscheidend ist, möglichst viele Stiche zu gewinnen. Das Besondere: Die Anzahl der zu gewinnenden Stiche wird vorher von den Teams angesagt. Ob man das Spiel gewinnt, hängt auch davon ab, ob man die angesagten Stiche tatsächlich gewonnen hat. Die erste Spielrunde beginnt noch etwas zögerlich, kein Wunder bei den vielen neuen Informationen.

Heiße Diskussionen


Doch Kupke, ihr Mann Klaus und Hildegard Müller vom Bridge-Club und der Präsident stehen den Spielerinnen mit Rat und Tat zur Seite. Es dauert nicht lange, bis das Spiel vorbei ist. Der allgemeine Tenor: "So kompliziert war es gar nicht." Und es kommen bereits heiße Diskussionen um die einzelnen Spielzüge auf. Die nächsten beiden Runden werden dann schon etwas schwieriger, aber man merkt allen an, dass sie Spaß dabei haben. Das Bridge-Fieber ist ausgebrochen.

"Bridge hält geistig fit", sagt Theodora Kupke. "Man muss sich viel merken, umdenken, flexibel sein und sich in den Gegner hineinversetzen können." Als sie vor etwa sechs Jahren gemeinsam mit ihrer Freundin Eva Freifrau von Podewils angefangen hat, waren sie zunächst schockiert. Sie wurden regelrecht fertig gemacht. Von einer Reihe 80- bis 90-Jähriger. Jahrelang waren sie immer auf den letzten Plätzen. Kupke bekam sogar Tipps von einer fast blinden 91-jährigen Dame, die immer ganz genau wusste, welche Karten schon gespielt worden waren. Auch Dr. Kaltenthaler ist schon 90 Jahre alt. Er spielt schon seit 50 Jahren, sein Amt als Präsident hat er aber erst vor zwei Jahren übernommen. Er spielt immer noch mehrmals pro Woche, und das mit viel Risikobereitschaft. Das Spiel ist ihm in Fleisch und Blut übergegangen. "Das ist wie Autofahren", meint er. Ein Ansporn für Kupke.

Dass sie trotz der zahlreichen Niederlagen am Ball geblieben ist, liegt aber auch an ihrer Familiengeschichte. Bridge war der Modesport in den Wiener Kaffeehäusern. Reiche Damen verbrachten so ihre Freizeit. Die Großmutter der gebürtigen Wienerin Kupke war eine von ihnen. Sie spielte sogar schon mit Frau Sacher vom wohl berühmtesten Hotel Wiens. Die Leidenschaft ging über auf den Vater. An seinem Bridge-Abend hatte er weder Augen noch Ohren für andere Dinge. In ihrer Kindheit hasste Kupke deshalb das Spiel. Auf den Geschmack gekommen ist sie erst durch die Zeitungsberichte über den Bridge-Club Marktredwitz.

Man lernt nie aus


Seitdem hat sie jede Menge Erfahrungen gesammelt und sich verbessert. Es gibt aber immer Steigerungspotenzial. "Beim Bridge lernt man nie aus." Kupke gibt ihre Kenntnisse gerne an die Neulinge weiter. Und das Fazit der Gruppe ist durchweg positiv. Kupkes Angebot, ab und zu auf einen Bridge-Abend im Mittendrin vorbeizukommen, nehmen alle sehr gerne an.

Bridge hält geistig fit.Theodora Kupke.


Nächster Termin ...... ist am Donnerstag, 3. November, um 19.30 Uhr Wer Lust hat, kann sich jederzeit im Familienzentrum Mittendrin bei Leiterin Jessica Wöhrl-Neuber melden und in die gesellige Runde einsteigen. Infos unter Telefon 09642/7033800 oder team@mittendrin-kemnath.de. (ckl)
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