Bürgermeister Werner Nickl dankt Ehrenamtlichen beim Neujahrsempfang
"Kemnath zeigt Willkommenskultur"

Mehrere Hundert Gäste waren der Einladung zum Kemnather Neujahrsempfang ins Neue Foyer gefolgt. Bild: stg
Vermischtes
Kemnath
10.01.2016
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Bürgermeister Werner Nickl nutzte den Neujahrsempfang am Freitagabend, um den Ehrenamtlichen in der Flüchtlings-Betreuung zu danken. Gleichzeitig hob er den Integrationswillen der mittlerweile 58 Asylsuchenden und anerkannten Asylanten hervor.

"Ich will hier an dieser Stelle nicht die große Flüchtlingspolitik bewerten oder besserwisserische Ansichten äußern", sagte Nickl. Die Situation sei für die Stadt Kemnath klar: Deren Aufgabe sei es, für eine menschenwürdige Unterbringung, für die Integration und für ein friedliches Miteinander zu sorgen. "Wir tragen unseren Teil der Verantwortung für die Mitmenschen, die in großer Not zu uns aus Kriegs- und Krisengebieten gekommen sind", betonte der Bürgermeister.

Dies gelinge in Kemnath nach Aussage Nickls außerordentlich gut: Viele Ehrenamtliche setzen sich ein, helfen bürokratische Hürden zu überwinden, helfen bei der Eingewöhnung und bei den Dingen des täglichen Bedarfes und wenden viel Zeit für dieses humanitäre Projekt auf. Stellvertretend für alle Ehrenamtlichen würdigte der Bürgermeister das Engagement von Christine Schubert, die sich seit vielen Jahren mit ihrer Familie ausländischen Mitbürgern und zuletzt auch den Asylbewerbern in besonderer Weise annehme.

Erfreut stellte Nickl fest, dass viele Asylbewerber den festen Willen zeigen, sich einzugliedern und am Deutschunterricht der Volkshochschule im städtischen Spitalgebäude teilnehmen. Besonders begrüßte er Zaher Alabed, der seit 15 Monaten in Kemnath ist, mittlerweile gut Deutsch spricht und vor wenigen Tagen seine Anerkennung bekam. "Sie sind selbst schon in unsere Schulen gegangen, vermittelten den Schülern das Selbsterlebte, die Lebensgefahr, die Wirren des Krieges in ihrem Heimatland im Rahmen des Unterrichts und warben so um Verständnis für ihre Situation", berichtete Nickl.

Ausdrücklich erwähnte er zahlreiche Kemnather Unternehmen, die jungen Flüchtlingen Möglichkeiten für Praktika einräumen. "Nur so kann die Integration auch gelingen, nur so kann man auch gegenseitig Verständnis füreinander wecken. Die Kemnather zeigen Willkommenskultur", sagte Nickl. Die unsäglichen Nachrichten der letzten Tage mit den Ausschreitungen in manchen Großstädten dürften die Bemühungen, die Menschen bei uns zu integrieren, nicht hemmen: "Stammtischparolen helfen uns nicht weiter."

Im abgelaufenen Jahr sei in Kemnath und seinen 39 Ortsteilen viel bewegt worden, um das Gesicht der Stadt ein Stück zum Positiven zu verändern. "Geprägt von vielen intensiven Diskussionen wurden Maßnahmen umgesetzt, die unsere Stadt zukunftsfähig machen, ihre Position als wirtschaftliches Zentrum stärkt und die Familienfreundlichkeit nach außen hin sehr deutlich macht", sagte Nickl. Viele Projekte seien umgesetzt worden: Abbruch des Dietl-Anwesens, Neubau des Aussegnungshauses mit Neugestaltung des Friedhofes, Neugestaltung des Umfeldes an der Friedhofskirche entlang der Bayreuther Straße, Dorfgestaltungen in Oberndorf und Kötzersdorf und Fertigstellung der Ägidiuskapelle auf der Burg Waldeck. Künftig profitiere Kemnath auch von der Ansiedelung einer Zweigstelle des "Zentrum Bayern Familie und Soziales" mit 20 Mitarbeitern.

Das große Ziel für die Zukunft sei die weitere Stärkung der Innenstadt. "Es muss ein Austausch stattfinden zwischen den Angeboten der Innenstadt und den Verbrauchermärkten an der Peripherie", so Nickl. Dies sei eine "Kernaufgabe", die man sich bei der Fortschreibung des Städtebaulichen Entwicklungskonzeptes im Jahr 2016 auf die Fahne schreibe. Nickl appellierte, daran durch eine intensive Bürgerbeteiligung mit professioneller Begleitung ab Frühjahr 2016 mitzuarbeiten. "Wir erarbeiten gemeinsam unsere Leitlinien für die nächsten Jahre und Jahrzehnte."
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