Chefarzt Dr. Gerhard Jilge referiert über Herzerkrankungen
Richtigen Rhythmus finden

Vermischtes
Kemnath
01.12.2016
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Um "Herzensangelegenheiten" ging es im Foyer der Mehrzweckhalle. Mit einer Zahl, die Dr. Gerhard Jilge, gleich zu Beginn nannte, war ihm die Aufmerksamkeit seiner Zuhörer sicher.

Der Chefarzt für Innere Medizin am Krankenhaus Kemnath folgte in seinem Vortrag der Frage: "Wie gefährlich sind meine Rhythmusstörungen?" Zuvor hatte Bürgermeister Werner Nickl, Schirmherr der Veranstaltungsreihe des Krankenhauses die zahlreichen Zuhörer begrüßt.

Sie überraschte Jilge mit einer Zahl: Denn 90 Prozent der Menschen in Deutschland haben demnach Rhythmusstörungen. "Diese sind bei gesunden Menschen in der Regel nicht gefährlich." Der Mediziner hielt fest, dass 100 000 Menschen pro Jahr in Deutschland an der gefährlichsten Rhythmusstörung sterben - dem "plötzlichen Herztod".

Ausführlich erläuterte Jilge, wie das Organ funktioniert. Herzmuskelzellen seien elektrisch geladene Zellen mit zwei Aufgaben: Sie müssen sich zusammenziehen und wieder ausdehnen, manche müssen den Strom schnell und koordiniert leiten. "Herzmuskelzellen funktionieren, indem sie ein funktionelles System bilden."

Gefährlich seien Rhythmusstörungen wenn das Herz zu langsam oder schnell sei, dass sich Symptome wie Synkopen, Schwindel, Luftnot, Brustschmerzen, Lähmungen oder Sehstörungen zeigen. Gefahr bestehe aber auch bei einer strukturellen Herzerkrankung bei einem hohen kardiovaskulären Risiko (zum Beispiel Diabetes mellitus, Nikotin, Cholesterin). Jilge beleuchtete weiter nicht nur die verschiedenen Rhythmusstörungen wie Vorhofflimmern, Vorhofflattern, Herzrasen oder Konten-Tachykardie, sondern erläuterte auch die Therapiemöglichkeiten.

Um Rhythmusstörungen zu reduzieren beziehungsweise zu verhindern, empfahl er in erster Linie eine gesunde Lebensweise: Dazu zählte er aeroben Sport ("Ist der beste Betablocker"), möglichst wenig Alkohol, Normalgewicht anstreben und die Vermeidung von Stress (sowohl Überforderungs- und Unterforderungsstress). Ebenfalls wichtig seien eine Therapie bei Bluthochdruck sowie die Beseitigung von Durchblutungsstörungen des Herzens. "Zusammenfassend gilt: Die Gefährlichkeit der Rhythmusstörung hängt von der Symptomatik und besonders von der Grunderkrankung ab."

Fortsetzung möglichAnfang des Jahres hatten sich der Regionalleiter der Kliniken Nordoberpfalz AG, Christian Stadler, und sein Team des Krankenhauses Kemnath entschlossen, der Bevölkerung Gesundheits-Themen in einer Vortragsreihe näher zu bringen. Bereits vor der Abschlussveranstaltung mit Chefarzt Dr. Jilge zog Stadler eine vorerst sehr zufriedenstellende Bilanz: "Die ersten drei Vorträge waren mit jeweils über 100 Besuchern hervorragend besucht." Aufgrund des Erfolgs werde derzeit überlegt, diese Reihe, für die Bürgermeister Werner Nickl die Schirmherrschaft übernommen hat, 2017 fortzusetzen. (stg)
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