Demokratiekonferenz in Kemnath
Integrationsprozesse anstoßen

Vermischtes
Kemnath
16.11.2016
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Der Zustrom von Flüchtlingen hat nachgelassen. Das stellt die Verantwortlichen vor Ort vor neue Aufgaben.

Daher rückten die Teilnehmer das Gelingen der Integration von Migranten und Flüchtlingen in den Mittelpunkt der Demokratiekonferenz des Landkreises Tirschenreuth im Foyer der Mehrzweckhalle. Die Veranstaltung findet einmal jährlich als Bestandteil des Bundesprogramms "Demokratie leben!" statt. Eingeladen hatte dazu die Koordinierungs- und Fachstelle der Partnerschaften für Demokratie in den Landkreisen Wunsiedel, Tirschenreuth und der Stadt Hof. Diese ist am Evangelischen Bildungszentrum Bad Alexandersbad beheimatet.

Landrat Wolfgang Lippert führte aus, dass aktuell kaum noch neue Flüchtlinge in den Landkreis kommen. "Hauptaufgabe ist es nicht mehr, Herbergen bereitzustellen, sondern Integrationsprozesse anzustoßen und die Flüchtlinge aktiv einzubinden." Derzeit seien im Landkreis 605 Flüchtlinge ansässig, die Unterbringung erfolge für 336 Menschen dezentral. Ein Problem seien die "Fehlbeleger", also jene Flüchtlinge, die bereits anerkannt sind, für die sich aber keine geeignete Wohnung findet. Stefan Denzler vom Evangelischen Bildungszentrum Bad Alexandersbad stellte das Bundesprogramm "Demokratie leben!" vor, über das der Landkreis Tirschenreuth seit 2015 Fördergelder vom Bund zur Demokratiestärkung im ländlichen Raum erhält. 2015 wurden Gelder in Höhe von knapp 27 500 Euro bewilligt, im laufenden Jahr bis dato knapp 19 000 Euro. Die 15 Projekte, die im vergangenen Jahr unterstützt wurden, verteilten sich auf die Themen "Rechtsextremismus", "Demokratiestärkung im ländlichen Raum", "Antisemitismus" sowie "Willkommenskultur". 2016 sind es zum jetzigen Zeitpunkt 17 Projekte im Landkreis.

Im Anschluss informierte Ludwig Simek aus Regensburg über das Projekt "Beruflich anerkannt?!", das zur Arbeitsmarktintegration berät. Er ist Talentscout für Flüchtlinge, das Projekt wird getragen von MigraNet und AGABY e.V. in Kooperation mit dem Integrationsbeirat der Stadt Regensburg. Der Referent gab praktische Beispiele aus der Beratungsarbeit, verbunden mit einer Definition der Beratungsziele.
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