Dr. Wolfgang Gruber referiert im Foyer der Mehrzweckhalle über Formen der Gelenkerkrankung
Nicht auf die leichte Schulter nehmen

Das Interesse an der Vortragsreihe des Kemnather Krankenhauses ist ungebrochen. Auch zum Vortrag von Dr. Wolfgang Gruber war das Foyer der Mehrzweckhalle gut gefüllt. Bilder: stg (2)
Vermischtes
Kemnath
26.09.2016
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"Die Schulter ist unser beweglichstes Gelenk": Diese Erkenntnis stand am Anfang des Vortrages des Mediziners Dr. Wolfgang Gruber im Foyer der Mehrzweckhalle Kemnath. Das Krankenhaus Kemnath sowie das MedCenter Bayreuth hatten erneut zu einer Informationsveranstaltung eingeladen, und viele Interessierte waren ins gut gefüllte Foyer gekommen. Begrüßt worden waren sie von Bürgermeister Werner Nickl, dem Schirmherrn der Vortragsreihe.

Vielfältige Ursachen


In seinem anschaulichen und gut verständlichen Vortrag machte der Arzt deutlich, dass Beschwerden und Schmerzen eben nicht auf die "leichte Schulter" genommen werden sollten. Die Gründe für Schulterschmerzen seien vielschichtig: Veranlagung (Schulterdachform, laxe Bänder), Erkrankung (Schultersteife, Kalkschulter), Verletzung, Verschleiß sowie Über- beziehungsweise Fehlbelastung. Damit die Zuhörer auch verstanden, wo es wehtun kann, erklärte der Referent zum Einstieg den Aufbau des Schultergelenks.

Wellenförmiger Verlauf


Als "Mutter aller Schultererkrankungen" charakterisierte Gruber das sogenannte Schulterengpass-Syndrom: In diesem Fall sei der Abstand zwischen Oberarmkopf und Schulterdach nicht ausreichend. Dadurch würden Sehnen und Schleimbeutel unter Druck geraten. Als Beginn dieser Erkrankung legte Gruber meist das 3. bis 5. Lebensjahrzehnt fest. "Die Krankheit ist geprägt von jahrelangen, wellenförmigen Krankheitsverläufen mit Sehnenriss und Bewegungsverlust als ,dickes Ende'", erklärte der Mediziner.

Das Engpass-Syndrom führe zur therapeutischen Konsequenz der Schulterdach-Erweiterung, um so die Sehnen zu entlasten und den darüber liegenden Raum zu erweitern. Die strukturellen Ursachen werden operativ behandelt, die funktionelle Problematik sei Domäne der Physiotherapie.

Ausführlich beleuchtete Gruber in seinen Erläuterungen Themen und Aspekte wie Sehnenriss, Schultersteife, Arthrose, Schulterendoprothese und vieles mehr. Im Anschluss stand Gruber noch für die Fragen der Zuhörer bereit. Neben einem Vortrag hatten die Veranstalter auch für ein Rahmenprogramm gesorgt: Die Mitarbeiter der OP-Abteilung präsentierten den Zuhörern das passende Instrumentarium und erläuterten die einzelnen Teile. Zusätzlich demonstrierten die Mitarbeiter der Physiotherapie eine Schulterbewegungs-Schiene.

Voraussichtlich im November wird zu einem weiteren Vortrags- und Informationsabend eingeladen: Dann referieren die beiden Kemnather Chefärzte Dr. Gerhard Jilge (Innere Medizin) und Dr. Ludwig Hofmann (Chirurgie) zu einem Thema aus ihrer jeweiligen Disziplin.
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