Ehemaliger Unimog der Kötzersdorfer Feuerwehr wieder aufgetaucht
Alte Liebe rostet mittlerweile

Gut 20 Jahre liegen zwischen den beiden Aufnahmen. Ein Internetnutzer hat den früheren Unimog der Feuerwehr Kötzersdorf auf einem Platz bei Weingarten in der Nähe von Karlsruhe entdeckt und Kommandant Markus Nickl ein Bild (rechts) geschickt. Geht es nach dem 41-Jährigen, soll das Fahrzeug wieder einmal so wie früher (links) aussehen. Bilder: hfz (2)
Vermischtes
Kemnath
04.03.2016
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Mit dem ersten Auto verhält es sich wie mit der ersten Liebe: Beides vergisst man nicht. Markus Nickl geht es mit dem ehemaligen Unimog der Kötzersdorfer Wehr nicht anders. Gut zehn Jahre hielt der Kommandant danach immer wieder im Internet Ausschau - vergeblich. Bis sich vor einigen Tagen "Bernie" meldete.

Kötzersdorf. So nennt sich der Absender des Kommentars auf der Homepage der Brandschützer. Er habe den Unimog in Weingarten (bei Karlsruhe) entdeckt, "leider in erbärmlichem Zustand", wie er schreibt. Zu seiner Nachricht hatte er auch gleich ein Bild mitgeschickt.

Vom ehemals leuchtendem Rot des Fahrzeugs, das bis 1997 in Kötzersdorf in Dienst war, ist nichts mehr übrig geblieben. Der Lack hat eine Orange- und Rosafärbung angenommen, teilweise platzt er ab. Aber der Schriftzug "Frw. Feuerwehr Kötzersdorf" ist noch gut leserlich. Diesen hatte "Bernie" wohl gegoogelt und so die Homepage der Floriansjünger entdeckt, mutmaßt Nickl. Nachdem er die Nachricht am vergangenen Freitag gelesen hatte, setzte er sich gleich selbst an den Computer und suchte den angegebenen Standort. "Scheinbar steht der Unimog auf einem Schrottplatz", war die erste Vermutung des Kötzersdorfers angesichts weiterer Autos auf dem Foto, die teilweise mit einer Plane abgedeckt sind. Noch zu erkennen sei ein Karlsruher Kennzeichen am früheren Feuerwehrauto.




Von Bundeswehr gekauft


Obwohl es "vor meiner Zeit war", weiß der 41-Jährige noch, dass die Feuerwehr den Unimog 1972 gebraucht von der Bundeswehr erworben und hergerichtet hat. "Schon damals war er bestimmt 10 bis 15 Jahre alt." Auch kann sich der Kommandant noch erinnern, dass das Fahrzeug 27 Jahre später an einen Sammler aus dem Badischen verkauft wurde: "Für 1000 Mark und eine Kiste Wein."

Für 1000 Mark und eine Kiste Wein.Kommandant Markus Nickl erinnert sich noch an den damaligen Verkaufspreis


Mit dem Unimog verbindet Nickl fast nur gute Erinnerungen. An ihm habe er damals seine Jugendausbildung gemacht. Der Oldtimer hatte zwar bereits eine Standheizung, dennoch "war es darin im Winter kalt und im Sommer warm". Dank Allradantrieb war er aber "im Gelände unschlagbar." Das einzige Problem war der Verbrauch des 80-PS-Ottomotors: "37 Liter auf 100 Kilometer."

Ansonsten bot der Unimog alles, was ein Tragkraftspritzenfahrzeug braucht: unter anderem zwei Haspeln mit je 100-Meter-B-Schläuchen, 240-Meter-Schläuche, Funk und Platz für insgesamt neun Einsatzkräfte. "Er war eine echte Attraktion", schwärmt der Kötzersdorfer. Er würde gerne mal einen Blick ins Innere werfen, um zu sehen, ob eventuell noch die damals eingebauten Sitzbänke vorhanden sind.

Gut möglich, dass er dazu einmal Gelegenheit hat. Mit seinem Stellvertreter Tobias Busch habe er schon überlegt, den Unimog zurückzukaufen. "So teuer kann er eigentlich nicht sein", meint Nickl, der von dem Vorhaben bereits einige Vorstandsmitglieder überzeugt hat. Die Feuerwehr habe in ihren Reihen Mechaniker, die das Fahrzeug wieder herrichten könnten. Doch dazu müsste der Besitzer zum Verkauf bereit sein. Auch müssten in der nächsten Vorstandssitzung die Finanzierung und die Frage nach einem Unterstellplatz geklärt werden.

Suche nach BesitzerUm den Besitzer des Unimogs ausfindig zu machen, hat Markus Nickl Kontakt mit "Bernie" aufgenommen. Von diesem weiß er inzwischen, dass dieser für einen Mobilfunkbetreiber arbeitet. Von einem Masten aus hat dieser den Unimog entdeckt und dann fotografiert. In Kontakt steht der Oberpfälzer aber auch mit seinem Kommandantenkollegen in Weingarten. Von dem hat er erfahren, dass das Areal wohl einer inzwischen insolventen Fensterbaufirma gehört hat. Offensichtlich hat es eine In- und Exportfirma übernommen und jetzt an mehrere Unternehmen untervermietet. "Von der habe ich aber noch keinen erreicht", bedauert Nickl. Den Mieter des Stellplatzes des Unimogs zu finden, "wird eine Mammutaufgabe", befürchtet der 41-Jährige.


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