Ehrenabend zum 150-jährigen Bestehen der Kemnather Feuerwehr
Vorzeige-Wehr“ im Landkreis

Man muss sich mit einer Flut von Gesetzen und Vorschriften befassen, dass sich viele ganz einfach abwenden.
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Kemnath
29.03.2016
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Die "Wein-Wallfahrer" sorgten für die musikalische Unterhaltung bei der Jubiläumsfeier. Bilder: stg (2)

Es ist ein stolzer Geburtstag, den die Feuerwehr Kemnath feiert: Seit 150 Jahren gibt es die Wehr. Mit einem Ehrenabend im Foyer der Mehrzweckhalle und rund 160 geladenen Gästen starteten die Jubiläumsfeierlichkeiten.

Bürgermeister Werner Nickl sprach von einem "großartigen Ereignis". Er erinnerte daran, dass Hilfe der oberste Gedanke der Feuerwehr sei. Ein Blick in die Statistik zeige, dass die Kemnather Brandschützer alle zwei bis drei Tage im Einsatz seien. Zusätzlich hielten sie auch noch Übungen ab. Die Wehr zeichne sich durch einen hohen technischen Standard sowie eine große Ausbildungsbereitschaft aus. "Ihr seid eine Vorzeige-Feuerwehr für andere Wehren im Landkreis", betonte der Rathauschef. Entsprechend investiere die Stadt Kemnath viel Geld in die Ausstattung. "Wir können uns sicher fühlen und uns auf euch verlassen." Neben der aktiven Wehr um Kommandant Peter Denz sei auch der Feuerwehrverein mit Vorsitzendem Roman Schäffler eine feste Größe im Vereinsleben. "Er ist nicht mehr wegzudenken aus der Stadt", schloss Nickl.

Gewaltiger Wandel


Landrat Wolfgang Lippert betonte, dass die Feuerwehren in den vergangenen Jahren einen gewaltigen Wandel durchlebt hatten. Wer sich diesem Ehrenamt verpflichtet habe, müsse auch mit psychischen und physischen Belastungen rechnen. "Manches kann man dann nicht löschen." Die Kemnather Feuerwehr habe eine sehr lange Tradition, wichtig sei es deswegen, dass die Älteren ihre Erfahrungen weitergeben und die Fort- sowie Weiterbildung weiterhin einen hohen Stellenwert genießen.

Anton Ruhland überbrachte die Glückwünsche vom Bezirks- und Landesfeuerwehrverband. 150 Jahre Feuerwehr Kemnath heiße 150 Jahre Dienst an der Allgemeinheit, Dasein für in Not geratene Mitmenschen sowie Kameradschaft und Zusammengehörigkeitsgefühl. "Ein aktiver Feuerwehrkamerad stellt sich niemals die Frage, was er davon habe und was er kriege", meinte Ruhland.

In der heutigen Zeit sei es wesentlich leichter, gemeinsam etwas zu verhindern als zusammen etwas zu erreichen. Es sei natürlich nicht immer leicht, nach einem anstrengenden Arbeitstag noch zu den Übungen zu gehen und bei den Einsätzen der Wehr da zu sein.

Immer neue Vorschriften


Von der großen Politik, so Ruhland, werde man das ganze Jahr über dafür gelobt, dass der Schutz und die Sicherheit der Bürger gewährleistet werde. In der Praxis werde man aber immer mit neuen Vorschriften und Regulierungen konfrontiert. "Man muss sich mit einer Flut von Gesetzen und Vorschriften befassen, dass sich viele ganz einfach abwenden", bedauerte Ruhland. Er selbst habe größte Zweifel, ob diese gesetzlichen Detailregelungen wirklich notwendig seien.

Eine der wichtigsten Aufgaben für die Zukunft sei es, bei den Feuerwehren für Nachwuchs zu sorgen: "Wir müssen unsere Jugend gewinnen und in diesen Anstrengungen nicht lassen." Auch in der heutigen Zeit könne die Feuerwehr wuchern mit Werten wie Kameradschaft, Ehrlichkeit, Vertrauen und Zusammengehörigkeitsgefühl, aber auch mit dem Gefühl, gebraucht zu werden, sowie einer sinnvollen Freizeitgestaltung. Er plädierte dafür, dass Jugendarbeit in Vereinen seitens des Staates besser finanziell unterstützt wird.

Viele Lacher erntete Gstanzlsänger Marcus "Lucky" Lukas bei seinem Auftritt. Die "Wein-Wallfahrer" sorgten in der Jubiläumsfeier für die Musik.
Man muss sich mit einer Flut von Gesetzen und Vorschriften befassen, dass sich viele ganz einfach abwenden.Anton Ruhland vom Bezirks- und Landesfeuerwehrverband
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