Einsatzübung - Mehrere Personen schwerst eingeklemmt unter Last
Traktorgespann erfasst Auto

Mit hydraulischen Rettungsgeräten wird beidseitig gearbeitet.
Vermischtes
Kemnath
13.09.2016
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Die Einsatzkräfte machen sich ein erstes Bild des Unfalls.

Es glich einem Horrorszenario. Ein Traktorgespann erfasst einen Pkw. Der Opel Astra überschlägt sich und landet im Feld, der Traktor begräbt den Pkw. Im Fahrzeug sind Personen eingeklemmt. Zum Glück nur eine Einsatzübung, die der Realität allerdings nahe kam.

Was sich die Kommandanten der Zwergauer Feuerwehr mit den Kreisführungsdienstgraden einfallen ließen, ist bewundernswert. Der Plan der Feuerwehr Zwergau, seit langem mal wieder eine "vernünftige Einsatzübung" ablaufen zu lassen, wurde umgesetzt.

Helfer aus allen Richtungen


Um 13.05 Uhr alarmierte die Integrierte Leitstelle Nordoberpfalz nach dem Stichwort "Technische Hilfeleistung 2" Feuerwehren und Rettungsdienst. Drei hydraulische Rettungssätze, ein Rüstwagen, ein Einsatzleitfahrzeug, der Gerätesatz Hebekissen, eine Rettungsplattform, Löschwasser und Feuerwehr waren gefordert. Zudem kamen noch Rettungswägen und der Einsatzleiter Rettungsdienst.

Angenommen wurde, dass ein Traktorgespann einen auf der Kreisstraße TIR 32 fahrenden PKW übersah und rammte. Das Fahrzeug überschlug sich und landete im Straßengraben. Das Fatale daran: Der Traktor rollte ebenfalls in den Straßengraben und begrub den Pkw unter sich. Im Fahrzeug wurden mehrere teils schwerverletzte Personen vermutet.

Schnell war aus allen Himmelsrichtungen das Martinshorn zu hören. Die Feuerwehr Zwergau traf als erstes ein. Mit Kreisbrandinspektor (KBI) Otto Braunreuther und Kreisbrandmeister (KBM) Alois Schindler machte sich der zweite Kommandant Josef Kastner ein Lagebild.

Weiter kamen die Wehren aus Erbendorf, Waldeck und Kemnath und Windischeschenbach. Eine Umleitungsstrecke wurde eingerichtet, die Feuerwehren Schönreuth, Trevesen und Lochau wurden zur Verkehrsabsicherung alarmiert.

Die Erbendorfer und Kemnather bauten Geräteablageplätze auf, die Waldecker sicherten das Gespann. Einen Erstzugang zu den Verletzten schaffte die Feuerwehr Erbendorf. Der Rettungsdienst erstellte Vordiagnosen und die Helfer konnten die "Verletzten", zwei Holzpuppen, schnell retten. Zwei Freiwillige schminkten sich als Opfer und wurden vom Rettungsdienst behandelt.

Eine Lagebesprechung vor Ort und eine Nachbesprechung mit Brotzeit im Feuerwehrhaus in Beringersreuth gaben ein positives Ergebnis ab. Viele Fragen über die Zusammenstellung der Einsatzmittelketten und Bereichsfolgen erläuterte Braunreuther.

Herausforderung gemeistert


Als Abschnittsleiter "Technische Rettung" hat der Erbendorfer Kommandant Bernhard Schmidt in Absprache mit dem Kemnather Kommandanten Peter Denz zusammengearbeitet. Schmid hob die gute und enge Zusammenarbeit aller Wehren hervor. Mit dem Digitalfunk herrsche zwar eine deutliche Verbesserung in der Qualität, die Anzahl der "Gruppen" mache aber vieles schwieriger.

Silvio Rupp, der Einsatzleiter des Rettungsdienstes bedankte sich für die super Zusammenarbeit und das Miteinander bei Ernstfällen und Übungen. "Wir wollen die Personen, wenn sie soweit stabil sind, möglichst schonend aus den Unfallwracks befreien", stellt Rupp fest. Kreisbrandmeister Alois Schindler nannte es "eine der schönsten und anspruchvollsten Übungen" während seiner Amtszeit.

Für zweiten Kommandanten und Einsatzleiter Josef Kastner war es eine große Herausforderung, die gut gemeistert wurde. "Es sind nicht die Brände, die mehr werden, sondern die technischen Hilfeleistungen. Es sind Ehrenamtliche die den Dienst am Nächsten ausüben, sich aus- und fortbilden und da sind, wenn's brenzlig wird.", meinte der KBI.
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