Fast wie im Museum
Kernige Knatter-Töne in Kemnath

Alter schützt vor Schönheit nicht: Berndt Fuhrich aus Neustadt/WN punktete mit seinem Ford Model T ("Tin Lizzy") aus dem Jahr 1912. Satte 17 PS treiben die "Blechliesl" durchaus flott über den Kemnather Stadtplatz.
Vermischtes
Kemnath
28.08.2016
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Nein, Dennis Hopper ist nicht wiederauferstanden! Dennoch verströmte dieser Biker ein echtes "Easy-Rider"-Flair (rechtes Bild). Links: Eine Fahrt im betagten Adler Junior Cabrio war am Samstag beim Oldtimer-Treffen in Kemnath bei stechender Sonne kein reines Vergnügen. Bilder: stg (7)

Ab ins Freibad, in den Garten oder in den kühlen Keller? Weder noch. Für gut 225 Hüter historischer Vehikel stand am hochsommerlichen Samstag der Kemnather Stadtplatz im Mittelpunkt. Beim traditionellen Oldtimertreffen bekamen die vielen Zaungäste zahlreiche automobile Schätze zu sehen.

Man kann sich streiten, ob die Cabrio-Fahrer im Vorteil waren: Die pralle Sonne im Gesicht und auf dem Kopf erhitzt das Gemüt, dafür kühlt der frische Fahrtwind. Ist es eigentlich statthaft, einen Oldtimer mit einer Klimaanlage nachzurüsten? Egal.

Es war wieder viel los in und rund um Kemnath, der KEM-Verband hatte nämlich zum 26. Oldtimertreffen geladen. Über 225 Fahrzeuge mit historischem Charakter - vom Motorrad über das Wohnmobil und das Feuerwehrfahrzeug bis zum "normalen" Auto - rollten durch die gute Stube der ehemaligen Kreisstadt.

Ölduft und Knatter-Töne


Die Veranstaltung war wieder ein grandioser Erfolg, die Zuschauer erlebten einen ganz besonderen Augenschmaus - Benzin- und Ölduft sowie nicht immer rhythmisches Geknatter inklusive. Vor dem Kemnather Rathaus begrüßten Bürgermeister Werner Nickl und Elmar Högl vom KEM-Verband die schmucken Vehikel und ihre Fahrer, die aus der ganzen Oberpfalz, den fränkischen Regierungsbezirken und dem angrenzenden Thüringen angereist waren. Gut 75 Minuten dauerte die Vorstellungsrunde der vielen außergewöhnlichen Zwei-, Drei- und Vierräder. Jeder Teilnehmer hatte eine Art "Lebenslauf" für sein Fahrzeug verfasst, der von Högl vorgetragen wurde, Bürgermeister Nickl überreichte unterdessen Urkunden sowie gerahmte Oldtimer-Bilder als Erinnerungsgeschenke. Die Zahl der "Hingucker" war sehr groß: Dazu gehörte zuallererst Christoph Mrasek aus Vilseck mit seiner Sattelzugmaschine Kenworth W 900 B, die die gängige Bezeichnung "Truck" absolut verdient. Gebaut im Jahr 1979, hat das 8000 Kilogramm schwere und 515 PS starke Stück mittlerweile 1 350 000 Meilen zurückgelegt. Auch in Kemnath wartete auf den Fahrer eine ganz besondere Herausforderung: Die Durchfahrt durch das Stadttor war Zentimeter-Arbeit, die allerdings erfolgreich erledigt wurde.

Mit dem ältesten Fahrzeug des Treffens konnte Berndt Fuhrich aus Neustadt an der Waldnaab aufwarten - nämlich einem Ford Model T "Tin Lizzy" aus dem Jahr 1912. Das umgangssprachlich auch "Blechliesl" genannte Vehikel stammt ursprünglich aus Australien, verfügt über 17 PS und ist mit Schaltung über Fußpedale, Holzspeichenrädern sowie Trommelbremsen ausgestattet.

Aus Kalifornien


Nicht zu verachtende Bestandteile des Schaulaufens waren auch der Daimler-Benz mit Drehleiter des Historischen Feuerwehrvereins Marktredwitz aus dem Jahr 1941, Martin Göppl aus Eschenbach mit dem kalifornischen Edsel Ranger aus dem Jahr 1959 oder Dieter Malzer aus Waldthurn mit dem Ford Model A aus dem Jahr 1930.

Sehr groß war auch der Besucherandrang im Vorfeld sowie im Anschluss an die Präsentation auf dem Parkplatz gegenüber der Mehrzweckhalle sowie auf dem Schulsportgelände. Dort zückten Scharen von Fans ihre Digitalkameras. Am Nachmittag schloss sich eine Ausfahrt nach Wunsiedel an.
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