Feuerwehren Kemnath und Kötzersdorf üben den Ernstfall
Brand unterm Rathausdach

Über die Drehleiter drangen die Atemschutzträger in das Obergeschoss des Rathauses ein. Auf diesem Weg brachten sie die beiden vermissten Personen auch ins Freie. Bilder: mde (2)
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Kemnath
19.10.2016
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Mitten in Kemnath, groß und leer - das Rathaus auf dem Stadtplatz erscheint der Feuerwehr als ideales Übungsobjekt. Und sollte trotz aller Vorsicht etwas beschädigt werden, ist es auch nicht so schlimm.

Aktuell ist wegen der anstehenden Sanierung des Gebäudes die Verwaltungsgemeinschaft Kemnath im Elemar-Gebäude in der Wunsiedler Straße untergebracht. Diesen Umstand nutzten die Brandschützer für eine große Übung.

Als Szenario diente ein Brand im Obergeschoss, in der Registratur mit Sozialraum und der ehemaligen Hausmeisterwohnung. Zudem galten zwei Personen als vermisst. Für Realitätsnähe sorgten abgedunkelte Fenster, zwei Nebelmaschinen verrauchten die Etage, so dass die Atemschutzgeräteträger nahezu "blind" waren. Der dichte Rauch drang über das Treppenhaus bis in das Erdgeschoss. Von zwei Seiten ging im Erstangriff je ein Atemschutztrupp vor.

Über den Hintereingang in der Trautenbergstraße machte sich ein Drei-Mann-Trupp mit schwerem Atemschutz, einer Wärmebildkamera und Schlauchmaterial in das Obergeschoss zur Personensuche auf. Vom Löschfahrzeug aus waren bis zum Verteiler eine 100 Meter lange B-Schlauchleitung und von dort eine 75 Meter lange C-Angriffsleitung zu kuppeln.

Von der Stadtplatz-Seite aus drang der Atemschutztrupp über die Drehleiter durch ein Dachgaubenfenster ins Obergeschoss ein. Dies war zugleich der Rettungsweg für die schnell aufgefundenen Personen. Auch den "Brandherd" machten die Aktiven schnell ausfindig. Zwei weitere Atemschutztrupps kontrollierten das Erd- und Kellergeschoss. Über einen Überdrucklüfter wurde das Gebäude vom Nebel befreit, bevor das Rathaus nochmals durchsucht wurde. Im Anschluss bauten die Floriansjünger die Brandbekämpfung mit dem Wasserwerfer der Drehleiter sowie mehreren Strahlrohren auf. Dies diente zugleich als Test für das Wasserleitungsnetz, denn gerade in eng bebauten Gebieten wie dem Stadtplatz muss schnell ausreichend Löschwasser zur Verfügung stehen.

Den Übungsablauf verfolgten Kommandant Peter Denz sowie Kreisbrandinspektor Otto Braunreuther. Die Übung leitete Zugführer Peter Wolf. Im Mehrzweckfahrzeug war die Einsatzleitung eingerichtet, die Funkgespräche notierte und Lagemeldungen protokollierte. Insgesamt waren rund 45 Wehrleute mit acht Fahrzeugen der Wehren Kemnath und Kötzersdorf eingebunden. Im Anschluss gab es für alle eine Kirchweihbrotzeit im Kemnather Feuerwehrhaus. Der Obere Stadtplatz war während der Übung komplett gesperrt, eine Umleitung eingerichtet.
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